Busfahrer, Bahnfahrer, Lehrer, Professoren und sogar Geldtransportfahrer (und damit die EC-Automaten) streiken. Nur Petrus hat seinen einwöchigen Streik dann endlich mal unterbrochen: Blauer Himmel, Sonne, 23 Grad! Herrlich!!
Bei so einem Wetter kann man dann ja auch guten Gewissens ein paar sonnige Grüße in die Heimat (ganz altmodisch per Postkarte) schicken. Nur die Briefmarken musste ich leider noch extra bei der Post besorgen, die ein ganzes Stück von meinem Exil entfernt liegt. Anders als in manchem Urlaubsort in Europa kann man in Rio de Janeiro keine Briefmarken am Kiosk kaufen. Aber egal. Ein paar nette Zeilen geschrieben, und fertig. Dachte ich.
Denkste! Jetzt begannen die Probleme: Wo ist denn hier der nächste Briefkasten? Der erste, den ich fragte, sagte mir, dass es in Rio de Janeiro nur noch Briefkästen bei der Post gebe. „Aus Sicherheitsgründen“, sagte er. Das konnte ich nicht glauben. Also fragte ich den nächsten. „Gibt’s nur bei der Post“, sagte auch Nummer zwei. Genauso Nummer drei und vier, die ich fragte.
Gibt’s doch gar nicht, dachte ich. Jetzt muss man tatsächlich wegen jeder Postkarte oder wegen jedes Briefes den ganzen Weg zur Post zurücklegen? Es blieb mir ja wohl nichts anderes übrig… Auf dem Rückweg fuhr ich dann mit meinem Fahrrad am Strand entlang und entdeckte, Überraschung, Überraschung, einen Briefkasten. Nur 300 Meter von meiner Wohnung entfernt. Und als ich anschließend noch einkaufen war, entdeckte ich den nächsten Briefkasten: 400 Meter von meiner Wohnung entfernt…


