Diego Forlan

Können wir das Spiel bitte schnell hinter uns bringen und gleich zum Trikottausch übergehen? Diego Forlán, der für Uruguay stürmt, ist der lebende Beweis für innere Werte in einer hübschen Verpackung. Der 31-Jährige mit blonder Wuschelfrisur und durchtrainiertem Waschbrettbauch ist Unicef-Botschafter und gilt zudem als scheuer Star, dem Familie und Freunde wichtiger sind als Partys. Dass er im Spiel gegen Südafrika auch noch zwei von drei Toren schoss, ist schön – aber diesem Mann würde ich sogar ein Eigentor verzeihen. Kathrin Klette

Jürgen Klopp

Meine Mutter sagt immer, das Beste an Günther Netzer, das waren die Sportwagen, die er früher gefahren ist. Dieser Meinung bin ich nicht. Schließlich hat Günne mir bis jetzt immer verlässlich nach, vor und in der Halbzeit des Spiels die Fußball-Welt erklärt. Wenn auch mit Beton-Frisur und ohne Hals. Dafür aber mit Fachwissen und kühlem Charme. An meiner Treue zum Experten konnten weder hämische Kommentare noch der zappelige Delling etwas ändern. Jetzt aber hat Sportwagen-Günne ernst zunehmende Konkurrenz bekommen. Ich weiß zwar nicht, ob Jürgen Klopp auch Sportwagen gefahren hat, aber als Kommentator der WM 2010 ist er mein bester Mann. Kompetent, sachlich und auch schon mal etwas knurrig, wenn Günther Jauch mit seinem Kassengestell auf der Nase wieder etwas hysterisch wird. Sein gutes Aussehen schadet der ganzen Sache natürlich auch nicht. Kloppo, you are the man. Cordula Schmitz

Mesut Özil

Özil hat das Unmögliche geschafft: Ich Fußballignorantin habe einen Fußballer gegoogelt, gleich nach dem Spiel gegen Ghana. Nicht nur wegen seines Schusses. Sondern weil er so besonders aussieht, so ätherisch, so unfußballerisch, so schlau. Ich erwartete ein ungewöhliches Zweitleben. Philosophiestudium an der Fernuni. Liiert mit einer Topschachspielerin. Ein bisschen ernüchternd, dass er mit einer Frau Connor zusammen ist. Da musste ich gleich weiter googeln. Jetzt interessiere ich mich auch noch für die Familie von Blondinen-Popstars. Aber niedliches Özilchen, Muslimin – wie die kleine Connor – werde ich nicht! Brenda Strohmaier

Joachim Löw

Wer DER Mann der WM ist? Da ich explizit als Frau dazu befragt werde, wird vermutlich von mir erwartet, dass ich mich nun zu Frisuren, Beinen oder dem süßesten Lächeln äußere. Doch: Ein echter Vergleich fällt mir selbst in dieser Hinsicht schwer, wo ich doch bislang erst ein einziges Spiel dieser WM verfolgt habe. Deshalb fällt meine Wahl – höchst unoriginell, aber sicher verdient – auf den Mann mit dem blauen Pullover und den schwarzen Haaren. Nicht etwa, weil er sich mit so viel Stil und Instinkt zu kleiden weiß, sondern weil selbst mir nicht entgangen ist, dass Joachim Löw seinen Job offensichtlich sehr gut macht und sich dabei – allen Zweiflern zum Trotz – nicht beirren lässt. Nicole Steiner

Gabriel Heinze

Der Argentinier ist ein wandelndes Pulverfass. Beim 3:0 gegen Mexiko schlug er auf einen Kameramann ein, weil ihn dessen Kamera kurz zuvor beim Torjubel touchiert hatte. Legendär auch Heinzes Ausraster nach dem Viertelfinale gegen Deutschland bei der WM 2006: Am liebsten hätte der aggressive Gaucho Bierhoff persönlich verprügelt. Wetten, dass Heinze auch am Samstag gegen Deutschland ausrastet und Rot kassiert? Weil er Deutschland dann auf die Siegerstraße bringt, ist Heinze mein Mann der WM. Jette Moche

Bastian Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger ist kein Beau in meinen Augen. Fußball spielen kann er. Doch für mich ist er aus einem ganz einfachen Grund mein Lieblingsspieler: Er ist höflich und unheimlich witzig, sogar extrem charmant – hat nicht viel mit Fußball zu tun. Aber das macht ihn zu einem ausdrucksstarken Spieler, den ich, so wie er ist, einfach schön finde. Heute wie damals, als ich ihn bei einem dreitägigen Werbe-Shooting kennen lernte, möchte ich ihm nur eines auf dem Weg geben: Bitte trage keine rosa abgeschnittenen Hosen und dazu bunte Hemden, das Leben ist keine Pool-Party. Melanie Müller

Shane Smeltz

Zugegeben, ich habe eine kleine Schwäche für Underdogs. Die sind immer für eine Überraschung gut und nicht so langweilig wie der Mainstream. Und bei dieser WM gab es bloß einen, der mich völlig unerwartet fasziniert hat, und das war Shane Smeltz aus dem WM-Team der Neuseeländer. Er hat das Tor gegen den Weltmeister Italien geschossen, das will mal echt was heißen als Neuseeländer. Ein pfiffiger Torjäger ohne diesen abturnenden Jähzorn á la Oliver Kahn. Und im Anzug sieht er auch noch aus wie David Beckham in jung, nur hübscher. Einfach zum Dahinschmelzen, der Smeltz. Katja Mitic

Diego Maradona

Mein Mann der WM kann nur einer sein: Diego Armando Maradona! Der argentinische Nationaltrainer mag gegen unsere Elf stänkern, so viel er will. Für mich hat er einen Freibrief dafür – er hat ihn sich hart verdient: Als Fußballer und Mensch stets zwischen Himmel und Hölle oszillierend, ist Maradona das beste Beispiel dafür, wie leidenschaftlich Fußball sein kann. Wer so viele Male am Boden liegt und immer wieder aufsteht, der darf sich fast alles erlauben. Lorraine Haist

Oktopus Paul

Das WM-Orakel Oktopus Paul aus dem Oberhausener Sea Life Aquarium: Der Tintenfisch hat vor dem Fussball-WM-Viertelfinale am Samstag einen Sieg der deutschen Nationalelf gegen Argentinien prophezeit. Pauls Tippquote liegt bei 100 Prozent - bisher lag er mit seinen Einschätzungen der deutschen Spiele bei dieser WM immer richtig! Anna Warnholtz

Joachim Löw und Hans-Dieter Flick

Mann der WM ? Zwei Männer : Joachim Löw und Hans-Dieter Flick, weil sie nicht nur gegen alle Widerstände auf die richtigen Spieler gesetzt haben, sondern weil sie dafür sorgen, dass der männlich dominierte Fußball-Journalismus allen Ernstes ausführlich ihre beim Spiel im Partnerlook zur Schau getragenen Klamotten diskutiert. Wir Frauen haben ja nichts dagegen, dass sich Deutschland der Welt ausnahmsweise mal gut angezogen präsentiert. Über die Quintessenz des männlichen Nationaltrainer-Bekleidungsdiskurses müssen wir dann aber doch schmunzeln: "Never Chance a Winning Outfit!" So eine abstruse Idee käme einer Frau nicht in den Sinn! Teresa Tschech

David Villa

David Villa sieht aus, wie Spanier eben aussehen, vage dunkel, vage hübsch, Gel in den Haaren. Er würde mir nicht auffallen, auf der Straße. Aber wenn er spielt! Keiner schießt so viele Tore, keiner greift so schön an. Wie im Spiel gegen Portugal. Eine Stunde lang mauert Portugals Abwehr, aber Villa setzt sich durch und gewinnt das Spiel für die Spanier. Wenn sie Weltmeister werden, zum ersten Mal in der Geschichte: Gracias, David Villa. Ich mag David Villa außerdem, weil er eine interessante Geschichte hat: Als Kind hatte er eine fiese Verletzung am rechten Bein und musste alles mit links machen. Als Erwachsener ist er deshalb auf beiden Seiten gleich stark. Das Hindernis als Chance. Das ist spannend. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Als Spanien uns bei der EM besiegt hat, war ich traurig. Ich wünsche mir auch immer noch, am 11. Juli „Wir-sind-Welt-meis-ter“ auf der Straße singen zu dürfen. Aber David Villa ist wirklich gut. Katharina Schäder

Michael Ballack

Mein Mann der WM ist Michael Ballack. Ja, genau der eitle Typ mit der noch eitleren Frau. Da hat er sich solche Mühe gegeben, seinen kaputten Fuß ordentlich in Szene zu setzen. Hat die Panik genossen, die WM ohne ihn könnte ein deutsches Desaster werden. Und jetzt? Jetzt hat ihn sein Fuß voll ins Abseits geschossen. Statt Vermisstenanzeigen muss er sich dauernd anhören, wie wunderbar man ohne ihn zurecht kommt. Ich kann ihn ja wirklich nicht leiden – aber da kommt Mitleid auf. Jetzt sitzt er draußen und ärgert sich – und kann nicht mal ordentlich mit dem Fuß aufstampfen. Antonia Beckermann

Keisuke Honda

Schnittig, farbenfroh, durchsetzungsstark und blitzeschnell – das kann nur Honda! Als Halbstarker schlug er noch um sich. Jetzt wird er bescheidener: "Ohne die große Klappe würde ich von meiner schwachen Seite beherrscht." Leider ist der Keisuke nun auf dem Heimweg. Ich stehe noch ein bisschen und winke – neben meiner Honda. Anna Wagner

Oliver Kahn

Mein Mann der WM ist Oliver Kahn. So wie er jetzt wie eine Art Fußball-Buddha die Spiele kommentiert, höre ich ihm einfach gerne zu. Und ich höre schon lange nicht jedem zu, der über Fußball spricht. Spätestens seit seinem Auftritt bei der letzten WM, als er sich mit Klinsmanns Entscheidung für Lehmann bravourös abgefunden hat, hat Kahn nur gewonnen. Und ich glaube nicht, dass ihm ein fieser Torwartfehler passiert wäre. Dafür war er zu gut! Marion Meier

Arne Friedrich

Arne Friedrich ist mein Mann der WM. Er hat Wayne Rooney im Achtelfinale gegen England keine Luft gelassen und mir das Weiteratmen beim Zuschauen erleichtert. Mein Mann der WM gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Er ist nur selten auffällig, aber wenn er gebraucht wird, dann ist er da. Mein Mann der WM macht keine brutalen Fouls, meckert nicht, tritt nicht nach – aber wenn es sein muss, holt er sich auch eine Gelbe Karte ab. Abwehrspieler bekommen selten Lob, Arne Friedrich hat ein großes verdient. Caroline Turzer

Thierry Henry

Mein Favorit ist Thierry Henry. Er ist für mich die tragische Figur dieser WM, die weder recht zum Zuge kam noch erfolgreich war. Ob das dem französischen Trainer Domenech zuzuschreiben ist, sei dahin gestellt. In meiner Erinnerung ist Henry der großartige Stürmer mit grandiosen Torschüssen. Und dieser Hinterkopf - wie Nofretete! Claudia Weidner

Günter Netzer und Gerhard Delling

Dieses Duo macht die Halbzeit zum Highlight! Sie sind zwar nicht so attraktiv wie manch junger Fußballer oder so stylish wie Jogi Löw, aber die beiden sind so herrlich unfreiwillig komisch und sie erinnern irgendwie an Statler und Waldorf aus der Muppet-Show – einfach spitze! Melanie Hartmann