Südafrika wehrte sich mit aller Macht gegen das erste Ausscheiden eines Gastgebers in einer WM-Vorrunde. Gegen die nach der Spielerrevolte vom Wochenende weiter verunsicherten Franzosen, bemühte sich Bafana Bafana um mehr Offensive als bei der vorangegangenen 0:2-Niederlage gegen Mexiko, die das Aus beinahe schon besiegelt hatte.
Der Angriffsschwung der Südafrikaner vor 40.000 Zuschauern in Bloemfontein wurde in der 20. Minute belohnt. Nach einer Ecke von Siphiwe Tshabalala, unterlief Frankreichs Torwart Hugo Lloris den Ball, Bongani Khumalo konnte zur Führung einköpfen. Der Abwehrspieler traf den Ball dabei mehr mit der Schulter, Frankreichs Abou Diaby machte als Gegenspieler eine schlechte Figur.
Als die Europäer kurz darauf auch noch durch eine Rote Karte gegen Yoann Gourcuff dezimiert wurden (25.), nahm das Verhängnis für Le Bleus seinen Lauf. In der 37. Minute konnte Katlego Mphela auf 2:0 erhöhen. Zur Freude der Zuschauer ging kurz vor der Halbzeit auch noch Uruguay gegen Mexiko in Führung.
Domenech hatte in seiner Startformation auf Kapitän Patrice Evra verzichtet. Der Abwehrspieler von Manchester United war eine der treibenden Kräfte beim Trainingsboykott der Spieler am Sonntag nach dem Rauswurf von Nicolas Anelka. Als Spielführer lief deshalb Alou Diarra von Girondins Bordeaux auf.
Auch Abwehrspieler Eric Abidal vom FC Barcelona sowie die Mittelfeldspieler Sidney Govou (Olympique Lyon) und Florent Malouda (FC Chelsea) verbannte Domenech auf die Bank. Der Münchner Franck Ribery stand dagegen ebenso in der Anfangself wie Innenverteidiger William Gallas, der als einer der größten Domenech-Kritiker gilt.
Südafrikas Trainer Carlos Alberto Parreira stellte wie angekündigt auf fünf Positionen um: Neben den gesperrten Itumeleng Khune und Kagisho Dikgacoi mussten auch Verteidiger Siboniso Gaxa sowie die Mittelfeldspieler Reneilwe Letsholonyane und Teko Modise weichen.
Die Ausgangslage war klar: Bei einem Remis stünde Uruguay als Gruppenerster und Mexiko als Zweiter fest. Mexikos Guillermo Franco versuchte jedoch mit seinem Gewaltschuss aus 30 Metern gleich nach wenigen Sekunden jedwedem Anschein, beide Teams könnten sich auf ein 0:0 einigen, entgegenzutreten. Er verfehlte aber das Tor. Auch die Urus versuchten es mit Maxi Pereira aus der Distanz - ohne Ertrag.
In der sechsten Minute hätte Luis Suarez alle Befürchtungen wegwischen können: Nach einem haarsträubenden Fehler von Verteidiger Hector Moreno kam er halbrechts frei zum Schuss - doch der Stürmer der Celeste zielte knapp vorbei. Überhaupt war Uruguay das agilere, das mutigere Team der Anfangsphase. Mauricio Victorino, der in der Innenverteidigung den angeschlagenen Diego Godin ersetzte, hatte die nächste Chance, köpfte aus acht Metern aber drüber (18.).
In einem munteren Spiel, in dem manches allerdings auch wie Aktionismus anmutete, vernachlässigten beide Teams die Arbeit in der Defensive, und so ergaben sich weitere Möglichkeiten. Alvaro Pereira vergab für Uruguay (21.), der Mexikaner Andres Guardado traf aus 25 Metern nur die Unterkante der Latte (22.).
Als sich die Kunde von Südafrikas 1:0-Führung gegen Frankreich herumgesprochen hatte, wurden beide Mannschaften etwas vorsichtiger. Weitere Tore des Gastgebers hätten für den Verlierer dieser Partie das Aus bedeuten können. Das 2:0 der Bafana Bafana ließ den Profis in Rustenburg die Beine deshalb noch mehr schlottern.
Mexikos Trainer Javier Aguirre hatte überraschend Cuauhtemoc Blanco auf dem linken Flügel anstelle von Pablo Barrera aufgeboten. Der 37-Jährige trug die Binde, womit El Tri nach Gerardo Torrado und Rafael Marquez im dritten WM-Spiel den dritten Kapitän hatte.
Luis Suarez (43.) brachte Uruguay dann aber doch in Führung - und rettete zumindest die Ehre des zweimaligen Weltmeisters. Nach einer Flanke von Edinson Cavani köpfte er aus sechs Metern ein
Ungebetenen Besuch erhielten die Spieler aus Mexiko und Uruguay bei der Fußball-WM-Begegnung der Gruppe A in Rustenburg. Direkt nach dem Treffer zur 1:0-Führung der Südamerikaner (43.) durch Luis Suarez stürmte ein mexikanischer Fan den Platz.
Das Sicherheitspersonal fühlte sich für den Flitzer offenbar nicht zuständig. Der Mann lief bis zum Tor von Uruguay, legte sich dort auf den Rasen und rannte anschließend Richtung Laufbahn. Erst an der Eckfahne stellte ein Mann in Anzug den Störenfried und brachte ihn unsanft zu Fall. Anschließend wurde er aus dem Innenraum des Stadions geführt.
sid/jr
























