Euro 2016

Waliser und Isländer: Zungenbrecher sind die EM-Stars

Die Waliser kicken die Belgier aus der EM – und sind Lieblinge der Fans. Wie die Isländer: Beide sprechen sehr schwierige Sprachen.

Ganz genau hinhören: So klingt Walisisch. Gareth Bale hat of Wales hat keine Probleme, Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch zu verstehen.

Ganz genau hinhören: So klingt Walisisch. Gareth Bale hat of Wales hat keine Probleme, Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch zu verstehen.

Foto: Stu Forster / Getty Images

Berlin.  Sie hatten gedacht, Isländisch sei schon schwierig? Vergessen Sie Steindórsson und Sigurðardóttir! Hier kommt Walisisch.

Die Waliser sind die neuen Isländer. Seit die Männer von der britischen Insel am Freitagabend die hoch favorisierten Belgier aus dem EM-Rennen warfen, sind die roten Drachen die Lieblinge der Fußballfans in ganz Europa. Und wer nach dem Spiel die ersten Interviews mit den Siegern hörte, der musste erkennen: Mit unserem mühsam erarbeiteten Schulenglisch kommen wir da nicht weit.

Wer den isländischen Vulkan Eyjafjallajökull schon für einen Zungenbrecher hielt, sollte sich mal hieran versuchen: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Das muss man sich sozusagen auf der Zunge zergehen lassen.

Es handelt sich um den Namen eines Örtchens auf der walisischen Insel Anglesey, (Walisisch: Ynys Môn). Die Übersetzung geht laut einschlägigen Lexika so: „Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe eines schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle.“ Mit 58 Buchstaben hat das Dorf den längsten amtlichen Ortsnamen in ganz Europa. Viele Einheimische bevorzugen übrigens die Kurzfassung: Gogoggoch. Dieser TV-Wetterexperte demonstrierte einmal, wie es richtig geht:

Walisisch, eine Sprache keltischen Ursprungs, ist eine der ältesten lebenden Sprachen Europas. Sie wird in Wales im Norden und in den ländlichen Gegenden immer noch von mehreren Hunderttausend Menschen gesprochen. Walisisch ist eng mit Bretonisch, Gälisch und der cornischen Sprache verwandt. Für einen Teil der Waliser und Waliserinnen ist es die Muttersprache, die in Familien oder auch in Schulen gesprochen wird. Alle Waliser sprechen jedoch auch Englisch – aber der Akzent kann ähnlich brutal sein. So gesehen, sind die Waliser die Bayern Großbritanniens.

Es geht übrigens noch doller. Nämlich so: Gorsafawddacha’idraigodanheddogleddollônpenrhynareurdraethceredigion. Das sind sogar 67 Buchstaben. Sie bezeichneten bis 2007 den Namen einer Zug-Haltestelle in Gwynedd. Frei übersetzt: „Der Mawddach-Bahnhof mit seinen Drachenzähnen an der nördlichen Penrhyn-Straße am goldenen Strande der Cardiganbucht“. Den Namen ließen sich pfiffige Werbemanager einfallen, um den Leuten aus Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch den Nimbus des längsten Namens abzujagen. Dabei bauten sie allerdings – Sie haben es natürlich bemerkt – ein paar Grammatikfehler ein, weshalb sie 2007 den Namen wieder kleinlaut strichen.

Das alles wird die walisischen Fußballer nicht stören, wenn sie im Halbfinale gegen die Portugiesen ran müssen. Wir sagen schon mal: „Dymuniadau gorau“. Und natürlich: „Hwyl!“