Die Füchse Berlin haben sich am Donnerstagabend in der Handball-Bundesliga ein 30:30 (11:15) gegen die TSV Hannover-Burgdorf erkämpft. 8601 Zuschauer sahen in der Max-Schmeling-Halle ein Spiel, das die Berliner lange zu verlieren drohten. Am Ende sicherte ihnen der eine Punkt dennoch vorläufig Tabellenplatz zwei – und damit die beste Ausgangsposition im Kampf um die Champions-League-Qualifikation.
Auch interessant
Gleichzeitig fiel an diesem Abend die Entscheidung an der Tabellenspitze: Der SC Magdeburg besiegte die SG Flensburg-Handewitt 31:30 (13:13) und sicherte sich damit drei Spieltage vor Saisonende die deutsche Meisterschaft. Für das Team von Cheftrainer Bennet Wiegert ist es der vierte gesamtdeutsche Titel nach 2001, 2022 und 2024. Die Füchse, amtierender Meister, müssen den Titel damit abgeben.
Füchse Berlin: Ein Abend der Widersprüche
Für die Berliner Fans ergab sich eine kuriose Konstellation: Sie mussten dem Rivalen aus Sachsen-Anhalt die Daumen drücken. Denn nur ein Magdeburger Sieg gegen Flensburg würde das Rennen um Platz zwei offenhalten. Gleichzeitig bedeutete genau dieser Sieg, dass die Füchse ihren Meistertitel verlieren. Man fieberte also für den Konkurrenten – und gegen die eigenen Interessen.
Das Kalkül ging auf. Vor dem Spieltag standen die Flensburger mit 49 Punkten auf Rang zwei, die Füchse mit 48 auf Rang drei. Platz zwei ist entscheidend: Er bedeutet am Saisonende die sichere Qualifikation für die Champions League. Durch das Berliner Remis gegen Hannover und die Flensburger Niederlage in Magdeburg tauschten beide Teams die Plätze. Die Füchse rückten mit 49 Punkten auf Platz zwei vor, Flensburg fiel mit ebenfalls 49 Zählern wegen des schlechteren Torverhältnisses auf Rang drei.
Auch interessant
Nur ein Punkt trennt die beiden Teams. Anfang Juni empfangen die Füchse Flensburg zum direkten Duell. Halten beide bis dahin Gleichschritt, entscheidet diese Partie am letzten Spieltag über die Champions League. Füchse-Trainer Nicolej Krickau sagte nach Spielende: „Am Ende sind wir sehr glücklich mit einem Punkt – das heißt, dass wir die Situation weiter in der eigenen Hand haben.“
Hannover-Burgdorf dominiert die erste Halbzeit
Doch zuvor mussten die Berliner zittern. Insbesondere in der ersten Hälfte tat sich die Mannschaft enorm schwer. Die Gäste aus Niedersachsen bespielten die Füchse wie kaum ein Gegner in den vergangenen Wochen. Hannovers Torwart Joel Birlehm zeigte eine herausragende Leistung: Er parierte zwölf Würfe in der ersten Halbzeit, und wehrte sogar einen Versuch von Welthandballer Mathias Gidsel ab, der frei auf ihn zugelaufen war. Zwischen der zwölften und 22. Minute brachte er die Berliner in eine torlose Phase. Zur Pause führte Hannover mit vier Toren (15:11).

In der Kabine fand Trainer Krickau offenbar die richtigen Worte. Seine Mannschaft kehrte mit neuem Schwung zurück, setzte die Gäste unter Druck und kämpfte sich heran. Es folgte ein wildes Hin und Her mit ständigen Führungswechseln. Am Ende sicherten sich die Füchse das Unentschieden.





