Ein silbernes Blitzen schiebt sich aus dem Spielertunnel. Getragen wie eine Fackel von Max Darj, dem Kapitän der Füchse Berlin. Hinter ihm folgt der Kader des Handball-Bundesligisten in fein aufgereihter Formation. Als glänzender Zylinder mit ballförmiger Krone zog der frisch errungene DHB-Pokal alle Blicke auf sich. Darj hielt ihn behutsam, während der Lärm von 9000 in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle sich über ihm wie ein Donnerschwall auftürmte.
Am vergangenen Sonntag hatten sich die Hauptstädter zum Pokalsieger gekrönt – wegweisend war der 42:33-Finalerfolg gegen den Bergischen HC. Entsprechend standen die Menschen auf den voll besetzten Rängen schon, bevor am Donnerstagabend der erste Pass gegen den VfL Gummersbach gespielt wurde.
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„Es war ein schönes Gefühl, in die Halle einzulaufen. Manchmal vergisst du als Profisportler, solche Momente zu genießen“, sagte Füchse-Superstar Mathias Gidsel nach Spielende über den Empfang der eigenen Fans, die ihre Mannschaft an diesem Abend zudem zu einem umkämpften 28:26 (13:12) trugen.
Es war ein schönes Gefühl, in die Halle einzulaufen. Manchmal vergisst du als Profisportler, solche Momente zu genießen.
Mathias Gidsel, Füchse Berlin
Füchse Berlin: Pyroshow, Rauch und grünes Spektakel
Die Pokalpräsentation geriet zu einer Inszenierung, wie sie im Innenraum einer Handballhalle selten zu sehen ist: spektakulär, laut, grün. Der Rauch einer Pyroshow, die die gesamte Arena aufheizte, vernebelte zeitweise den Blick von der Spielfläche in die Oberränge. Für Gidsel war das ein „Push“ vor dem Anpfiff. Zur Krönung des Triumphs wurde langsam ein Banner Richtung Decke gezogen. In großen Lettern stand darauf: „DHB-Pokalsieger 2026“.
Ein Titel, der gleichbedeutend war mit der Tatsache, dass sich – zumindest bis zum Ende der aktuellen Bundesliga-Spielzeit – alle nationalen Trophäen in Berliner Hand befinden: der Supercup, die Meisterschaft und der DHB-Pokal.
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„Wir freuen uns, zurück in die Max-Schmeling-Halle zu kommen“, hatte Füchse-Trainer Nicolej Krickau im Vorfeld gesagt. Und: „Es ist schwierig, nach so einem Wochenende in die richtige Verfassung zu kommen. Aber wir kriegen das hin.“ Hinbekommen mussten sie es auch – im Topspiel gegen die Nordrhein-Westfalen. Es hieß: Dritter gegen Vierter, 44 gegen 43 Punkte. Mit nur einem Zähler weniger saßen die Gäste den Berlinern im Nacken, während diese selbst lediglich einen Punkt hinter der SG Flensburg-Handewitt lagen.
Gummersbach kämpft sich zurück
Wie gut die Füchse aber in dieses Spitzenspiel hineinfanden, zeigte eine Szene in Minute 13 beim Zwischenstand von 7:3: Als Krickau zur Auszeit bat, sprang Geschäftsführer Bob Hanning hinter der Berliner Bank auf und applaudierte stehend – in einem vollständig goldglänzenden Pullover, der alles um ihn herum optisch verblassen ließ. Ein Tribut an den starken Auftakt der Mannschaft.

Danach wurde es jedoch schwerfälliger aus Sicht der Hausherren. Eine fahrlässige Chancenverwertung ließ Gummersbach herankommen. Kurz vor der Pause (29.) stand es nur noch 13:12. Immer wieder scheiterten die Berliner am starken Gummersbacher Torhüter Dominik Kuzmanovic. Die zweite Hälfte verlief ausgeglichen. In der 36. Minute glich Gummersbach zum 14:14 aus und hielt die Partie fortan lange ausgeglichen.
Hanning haderte nach dem Schlusspfiff mit der Effizienz: „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu viele klare Situationen liegen lassen und damit das Spiel offen gehalten, statt es frühzeitig zu entscheiden.“ Ansonsten überwog Erleichterung: ein wichtiger Schritt und das zumindest temporäre Vorrücken auf Tabellenplatz zwei – auch, weil Flensburg nun ein Spiel weniger absolviert hat.





