Ein erster Kreis schließt sich. Sein Debüt als Cheftrainer des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin gab Nicolej Krickau gegen den SC Magdeburg. Ein halbes Jahr später trifft er am Samstag nun erneut auf den SCM (16.05 Uhr, Dyn und ARD). Das erste Aufeinandertreffen ging verloren: 32:39 unterlagen die Füchse im September vor heimischem Publikum.

Dieses Duell stand im Zeichen besonderer Begleitumstände. Der Klub um Geschäftsführer Bob Hanning hatte eine außergewöhnliche Woche hinter sich: Die Doppeltrennung von Trainer Jaron Siewert und Sportvorstand Stefan Kretzschmar hinterließ Spuren. Auf den Rängen reagierten Teile der Anhängerschaft mit Pfiffen, sowohl in Richtung Hanning als auch gegenüber Krickau.

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Füchse Berlin: Krickau vor dem Magdeburg-Gipfel

„Ja, das war besonders“, erinnert sich Krickau Mitte dieser Woche. „Natürlich aus vielen Gründen“, fügt der Däne hinzu – und spielt damit auch auf die nervliche Belastung seiner Spieler an, an denen die personellen Entscheidungen nicht spurlos vorübergegangen waren.

Handball, Daikin HBL, Füchse Berlin - SC Magdeburg
Mit dem Personalchaos zu Saisonbeginn waren viele Füchse-Fans unzufrieden: Beim Hinspiel gegen den SC Magdeburg hielten sie Pappen für die entlassenen Jaron Siewert und Stefan Kretzschmar hoch.© picture alliance / Foto Huebner | Foto Huebner

„Wir müssen aber auch sagen: Technisch und taktisch waren wir überfordert. Das war nicht nur mental. Auch die Leistung hat nicht gestimmt.“ Für den 39-Jährigen ist das Spiel deswegen eine Gelegenheit, daraus zu lernen – keine Entschuldigung aufgrund der Umstände.

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Was ein Sieg beim SCM bedeuten würde

Tatsächlich haben die Füchse unter Krickau längst wieder in die Spur gefunden. Die Mannschaft steht im Viertelfinale der Champions League, im Halbfinale des DHB-Pokals und ist als Tabellenzweiter erster Verfolger Magdeburgs in der Bundesliga. Vor diesem Hintergrund spricht die sportliche Lage für ein Duell auf hohem Niveau. Es trifft die beste Abwehr der Liga (Magdeburg/668 Gegentore) auf den besten Angriff (Berlin/899 Tore).

Gleichzeitig stellt sich eine Frage, mit der sich auch Krickau im Vorfeld des Gipfeltreffens auseinandersetzen muss: Würde ein Sieg der Füchse dem Titelrennen noch einmal Spannung verleihen – oder fällt mit einem SCM-Triumph bereits die vorzeitige Entscheidung?

Sechs Punkte Vorsprung haben die Magdeburger derzeit. 25 Spiele sind absolviert. Berlin bleiben neun Partien, um noch einmal anzugreifen. „Jetzt kommt die Phase, in der wir wirklich gut spielen müssen“, weiß auch Krickau.

Ich sehe das so, dass Magdeburg die Liga gewinnt – egal, was passiert.

Nicolej Krickau, Cheftrainer der Füchse Berlin

Zugleich tritt er auf die Euphoriebremse: „Ich sehe das so, dass Magdeburg die Liga gewinnt – egal, was passiert.“ Ein Sieg dort würde die Wahrscheinlichkeit, noch heranzukommen, „um ein oder zwei Prozent“ erhöhen. Dennoch bleibt sein Anspruch klar: „Wir können Magdeburg schlagen, auch in Magdeburg.“