Da musste er selbst lachen: Bob Hanning äußerte sich am Montagnachmittag ebenso freudig wie überrascht. Anlass seiner Worte, die der Geschäftsführer der Füchse Berlin per Videobotschaft über die sozialen Netzwerke verbreitete, war eine Geschichte, die erneut eine skurrile Wendung genommen hatte.
Kurz gesagt: Die gestohlene Meisterschale des deutschen Handball-Meisters ist wieder aufgetaucht – im eigenen Haus. „Ihr werdet es nicht glauben“, sagte Hanning deswegen. Er selbst könne es kaum fassen.
In einem, wie dafür gemachten Strickpullover in Neon‑Gelb, Orange und Türkis saß er im strahlenden Sonnenschein, als er die Nachricht verkündete. Die grellen Farben schienen seine zufriedene Stimmung förmlich nach außen zu kehren. Der Verdacht, die Trophäe könne eingeschmolzen worden sein, ist damit vom Tisch.
Füchse Berlin: Geklaute Meisterschale im Keller aufgetaucht
Wie ein Vereinssprecher mitteilte, entdeckten Mitarbeiter die Trophäe bei einer Inventur hinter Kartons im Keller der Füchse-Geschäftsstelle am Gendarmenmarkt. Demnach wurde die Schale bereits im Februar gefunden. Der Klub hielt die Nachricht zurück, weil die Polizei ein weiteres Mal Beweise sichern musste.

Die Trophäe war im November aus den Räumen der Geschäftsstelle verschwunden. Der Klub meldete einen Diebstahl. Nach Vereinsangaben nutzten die Einbrecher einen Generalschlüssel und einen Transponder, um in die Räumlichkeiten zu gelangen.
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Meisterschale zunächst unauffindbar
Rund zwei Monate später, im Januar, nahm die Polizei zwei Verdächtige fest: einen 41‑jährigen und einen 62‑jährigen Mann. Den entscheidenden Hinweis hatten die Ermittler durch die Videoüberwachung der Geschäftsstelle erhalten, die vor Ort private Gespräche zwischen dem Haupttäter und seinem Komplizen aufzeichnete und Rückschlüsse auf die Identität der Verdächtigen ermöglichte.
Bei anschließenden Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiche Beweismittel sicher. Darunter einen eingeschmolzenen Sterling‑Silberbarren und einen Schmelzofen.
Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft erklärte damals, es bestehe der Verdacht, die Trophäe (Materialwert: 12.500 EUR) sei eingeschmolzen worden. Das sei zu diesem Zeitpunkt jedoch noch Gegenstand der Ermittlungen gewesen. Da die Meisterschale in den Wochen danach nicht auftauchte, verhärtete sich der Verdacht.
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„Der Auftrag wurde storniert“
Nun die überraschende Wende: Die Meisterschale ist wieder da. Man könne sich freuen, dass die Tradition gewahrt werde und die Teams, die sie gewonnen haben und noch gewinnen werden, die Schale wieder in den Händen halten können, so Hanning.
Für die Füchse ist der Fund ein Stück beruhigende Normalität in einer unfassbaren Geschichte voller Wendungen. Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), Frank Bohmann, hatte den Berliner Meistern bereits eine neue Trophäe in Aussicht gestellt. Hanning erklärte: „Die ist nun nicht mehr nötig. Der Auftrag wurde storniert.“
Die Ermittlungen der Polizei laufen währenddessen weiter. Nach dem erneuten Sichern von Spuren wird die Meisterschale zunächst als Beweismittel geführt. Anschließend soll sie an die HBL zurückgegeben werden. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass die Täter die Schale im Keller der Geschäftsstelle deponierten, um sie später unauffällig wegzuschaffen.





