Lasse Andersson lag völlig erschöpft auf dem Hallenboden. Der Rückraumshooter der Füchse Berlin hatte gerade die allerletzte Chance zum Ausgleich in letzter Sekunde vergeben. Damit war das 31:32 (16:16) zum Auftakt in die Champions League gegen den ungarischen Meister Veszprem HC besiegelt.

„Das war ein spannender Gegner, eine der besten Mannschaften Europas“, bilanzierte Stefan Kretzschmar, Sportvorstand des Berliner Handball-Bundesligisten. „Wir scheitern heute an unserer eigenen Chancenverwertung.“

Schon von der ersten Minute an war die besondere Intensität der Champions League zu spüren. Veszprem war ein starbesetztes, körperlich unheimlich präsentes europäisches Topteam, angetrieben von mehreren hundert lautstarken Gästefans. Die Berliner Anhänger in der mit 7019 Zuschauer gefüllten Max-Schmeling-Halle hielten dagegen – es war der erhoffte Handball-Festtag, auf den die Hauptstadt elf Jahre gewartet hatte.

Füchse Berlin können sich auf Dejan Milosavljev verlassen

Veszprems Spielern war an diesem Abend in jeder Körperfaser anzumerken, dass die Anforderungen des wichtigsten europäischen Wettbewerbs seit Jahren Teil der Klub-DNA sind. Die Ungarn stehen auf Rang zwei in der ewigen Tabelle der Königsklasse.

Die Füchse brauchen für dieses Selbstverständnis noch etwas Zeit, eine gewisse Nervosität in den ersten Minuten war nicht zu übersehen. Doch die mentale Einstellung stimmte, und so arbeiteten sich die Berliner über einen starken Torwart Dejan Milosavljev (insgesamt 17 Paraden) und vor allem über eine kämpferische Abwehrleistung in die Partie.

Eine kämpferische Defensivreihe überzeugt bei den Berlinern

Der Einsatz der Defensivreihe war vor allem den Mittelblockern Mijajlo Marsenic und Matthes Langhoff anzumerken: Schon nach rund einer Viertelstunde blätterte bei beiden der Trikotflock vom edlen Champions-League-Dress ab, es war symptomatisch für den harten Abnutzungskampf.

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Die Gastgeber erarbeiteten sich durch einen 5:0-Lauf ein kleines Polster (9:5, 14.), konnten das aber durch zu viele Fehlwürfe nicht nachhaltig verteidigen. „Wir haben zu viele freie Bälle liegen lassen“, beklagte Berlins Fabian Wiede. Veszprem glich mit dem Pausenpfiff wieder aus (16:16) und legte im zweiten Durchgang zumeist vor. Von Spielkontrolle zu sprechen, wäre in diesem Spiel, das nach der Pause nochmal temporeicher wurde, zu viel – aber es war spürbar, dass die Füchse nun wirklich kämpfen mussten, um dranzubleiben.

Füchse versuchen alles, um den Rückstand nochmal umzubiegen

Coach Jaron Siewert schickte sein Team immer weiter ins Tempo und versuchte es zwischenzeitlich mit einer offensiveren Abwehrformation, um den Rückstand mit aller Macht noch einmal umzubiegen. Vergeblich, die Berliner leisteten sich für einen Triumph über einen Favoriten der Champions League dann doch einige Fehler zu viel.

Kapitän Paul Drux resümierte angesichts der vergebenen Möglichkeit zum Ausgleich in der Schlusssekunde: „Es ist bitter, weil wir am Schluss noch mal die Chance bekommen. Es ist trotzdem ein gerechtes Ergebnis.“ Es war ein großes Spiel zweier großer Mannschaften, indem die Berliner bewiesen, dass von ihnen noch einiges zu erwarten ist in dieser Champions-League-Saison.

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