Handball

Füchse und Co. starten im Oktober – und hoffen auf Zuschauer

Die Verantwortlichen der Handball-Bundesliga einigen sich auf einen Saisonstart am 1. Oktober und schmieden ehrgeizige Pläne.

Die Füchse um Paul Drux (Mitte) haben endlich wieder eine Perspektive.

Die Füchse um Paul Drux (Mitte) haben endlich wieder eine Perspektive.

Foto: Andreas Gora / dpa

Köln. Es war das erhoffte Signal des Aufbruchs. Die Handball-Bundesliga (HBL) will am 1. Oktober in die neue Saison starten. Und wenn es nach den Verantwortlichen geht, die am Mittwoch die Pläne zum Neustart bekannt gaben, soll es sogar mit Zuschauern losgehen. „Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um passende Rahmenbedingungen für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit Zuschauern zu ermöglichen“, sagte HBL-Präsident Uwe Schwenker.

Großveranstaltungen sind zwar noch bis Ende Oktober verboten, doch es soll Ausnahmen geben und damit die Möglichkeit, wieder vor begrenzter Zuschauerkulisse zu spielen. Zunächst vor der Hälfte der sonst Anwesenden. Ein Hygienekonzept, die Grundvoraussetzung für eine Sondergenehmigung, soll in den kommenden Wochen fertig- und vorgestellt werden.

Es dient dann als Grundlage für die Abstimmungen mit den regionalen Behörden. „Wie fragil die Lage immer noch ist, zeigen die Ereignisse im Kreis Gütersloh. Umso wichtiger ist es, dass wir die Hygiene beachten, Abstand halten und einen Mund-Nase-Schutz tragen“, sagte HBL-Boss Schwenker. Was ebenso zum Konzept gehören wird: kontrollierter Zugang zu den Hallen und personalisierte Tickets.

Füchse rechnen mit Ausfall von einer Million Euro

Auch HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann ist sich der Wichtigkeit gründlicher Planungen bewusst: „Die Corona-Pandemie ist nach wie vor eine reale Bedrohung. Gerade deswegen legen wir großen Wert darauf, durch ein überzeugendes Hygienekonzept mit Kontaktverfolgung in die Saison starten zu können. Dies wäre für unseren Sport ein wichtiger und inzwischen dringend notwendiger Schritt Richtung Normalität.“

Wichtig! Dringend! Notwendig! Bohmanns Worte verdeutlichen nur, wie groß die Not der Profiklubs durch den Saisonabbruch und die damit einhergehenden Einnahmeverluste ist. Die Füchse Berlin rechnen beispielsweise in der kommenden Saison aufgrund der Corona-Krise mit einer Million Euro weniger Zuschauereinnahmen, auch weil es die einkalkulierten 200.000 Euro aus dem abgesagten EHF-Pokal-Finalturnier, das Ende August in Berlin stattfinden sollte, nicht geben wird.

Die Konsequenz: Der Klub trennte sich während der Corona-Pause von drei Spielern. Und die Füchse sind damit nicht allein in einer Liga, deren Haupteinnahmen aus Zuschauererlösen und dem Sponsoring meist regional ansässiger Unternehmen besteht. Geisterspiele zu vermeiden, ist daher oberstes Ziel, um die finanziellen Schäden so gering wie möglich zu halten.

20 statt 18 Klubs, vier Spiele mehr pro Team

„Das ist ganz wichtig“, freute sich Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin. „Jetzt haben wir die Chance, zu planen, Hallen zu beantragen und Sicherheitskonzepte zu erarbeiten. Wir freuen uns darauf!“ Sportlich anspruchsvoll wird es ohnehin werden. Da es keine Absteiger, sondern nur Aufsteiger gibt, werden 20 statt wie bisher 18 Klubs antreten, darunter auch der Traditionsklub Tusem Essen. Macht 38 statt der bisherigen 34 Bundesliga-Spieltage, die Saison soll am 30. Juni 2021 beendet sein.

Der verspätete Saisonbeginn bedeutet auch eine Verschiebung des für den 2. September im Düsseldorfer ISS-Dome zwischen Meister Kiel und der SG Flensburg-Handewitt geplanten Super Cups. Der soll nun am 26. oder 27. September stattfinden.