Handball

Keeper Ziemer pariert die Füchse zum Überraschungscoup

Die Füchse gewinnen 29:28 gegen den THW Kiel – dank Torhüter Martin Ziemer, der mit 13 Paraden glänzt und den entscheidenden Ball hält.

Füchse-Keeper Martin Ziemer (l.) feierte nach Abpfiff mit dem verletzten Dejan Milosavljev den Sieg über Kiel.

Füchse-Keeper Martin Ziemer (l.) feierte nach Abpfiff mit dem verletzten Dejan Milosavljev den Sieg über Kiel.

Foto: Mario Stiehl via www.imago-images.de / imago images/Mario Stiehl

Berlin. Martin Ziemer hatte seinem Gesicht noch nicht verraten, dass es sich freuen darf. Dabei war der Keeper der Füchse Berlin kurz vorher noch in einer hüpfenden Jubeltraube untergetaucht. So ausgelassen wie am Donnerstagabend hatte der Berliner Handball-Bundesligist lange nicht mehr gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic hatte aber auch allen Grund dazu. Der 29:28 (12:17)-Erfolg im Spitzenspiel gegen den THW Kiel, er war eine wahre Überraschung. Und Martin Ziemer war nicht ganz unschuldig daran.

„Schön, dass ich den Jungs mit ein paar gehaltenen Bällen zeigen konnte, weiter dran zu glauben, dass wir hier gewinnen können“, sagte Ziemer nach dem Spiel. Recht gelassen und nüchtern. Ein Sieg gegen Kiel, das ist für den ehemaligen Torhüter von Hannover-Burgdorf nichts Neues. Im Gegensatz zu den Berlinern, die den ersten Erfolg seit neun Jahren gegen den Rekordmeister feierten. „Ich freu mich für die Füchse, dass sie das jetzt auch mal erleben dürfen“, sagte Ziemer mit einem süffisanten Lächeln.

Ausverkaufte Halle pusht die Füchse zum Sieg

Manager Bob Hanning hätte seinem Keeper dafür „eine klatschen können“, wie er lachend sagte. Aber auch diese Reaktion zeigt, wie sehnlich sich der Tabellensechsten diesen Erfolg gewünscht hat. „So haben wir uns das vorgestellt“, sagte Hanning. „Und wenn wir das unter der Bedingung schaffen, unter der wir heute angetreten sind, gilt der Mannschaft und dem Trainer ein Riesenlob.“

Dass diese Aufgabe gegen den Tabellenführer keine leichte werden würde, war nämlich schon vor Anpfiff klar. Weil die Füchse auf Abwehrchef Jakov Gojun (Rippenprellung) und ihre beiden Torhüter Dejan Milosavljev und Silvio Heinevetter (beide Knieverletzung) verzichten mussten. Aber Ersatzmann Ziemer ließ die Ausfälle vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle vergessen – und glänzte mit 13 Paraden.

Däne Holm überragt mit acht Treffern

Die Füchse verdienten es sich mit Einsatzbereitschaft und Kampfgeist, dass das Spiel die meiste Zeit eng blieb. Der Fünf-Tore-Rückstand zur Pause war dann aber zu vielen Fehlern geschuldet, die sich ins Spiel der Hausherren schlichen.

Wer allerdings dachte, dass es das schon war, wurde in der zweiten Hälfte eines Besseren belehrt. Erst arbeiteten sich die Füchse durch Toptorschütze Jacob Holm (insgesamt acht Treffer) auf ein Tor ran (17:18/37.), dann wurde es hitzig. In der 40. Minute flog Kreisläufer Mijajlo Marsenic vom Feld. „Die Rote Karte war das letzte Signal, sich in der Halle mit 9000 Leuten absolut zur Wehr zu setzen“, sagte Hanning.

Füchse-Trainer Petkovic ist stolz auf seine Mannschaft

Trainer Petkovic diskutierte wild gestikulierend mit THW-Coach Filip Jicha. Die Spieler auf der Füchse-Bank schickten wüste Beschimpfungen Richtung Miha Zarabec, Opfer des Marsenic-Fouls, und auf dem Feld? Da machten die Berliner einfach weiter. Vor allem einer: Rückraum-Ass Holm. Der Däne traf nicht nur zur ersten Führung seit der 5. Minute (25:24/51.), er brachte Kiels Abwehr auch mit seinen Drehwürfen zum Verzweifeln.

„Das war nur noch purer Kampf und Wille“, sagte Ziemer, der den letzten, entscheidenden Wurf hielt und die Füchse so zum Sieg führte. „Entscheidend war der Glaube an uns“, sagte Trainer Petkovic. „Riesenlob an alle, ich bin überglücklich und stolz, diese Mannschaft zu trainieren.“

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