Handball

Wiede und Matthes werfen die Füchse auf Rang vier

Die Füchse Berlin gewinnen gegen die MT Melsungen mit 28:22. Das Spiel wird nach dem Tod eines Fans zur Nebensache.

Tim Matthes glänzte gegen die MT Melsungen mit sechs Toren.

Tim Matthes glänzte gegen die MT Melsungen mit sechs Toren.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Ja, dieser Sieg war enorm wichtig. Das war den Spielern der Füchse Berlin anzusehen. Erleichtert klatschten sich Fabian Wiede, Paul Drux und Co. auf die Schultern. Doch der 28:22 (15:15)-Erfolg des Handball-Bundesligisten gegen die MT Melsungen war am Donnerstagabend fast zur Nebensache geworden. Die Partie hatte nach einem schweren medizinischen Notfall mit mehr als einer halben Stunde Verspätung begonnen. Ein Fan war vor Anpfiff in der Max-Schmeling-Halle zusammengebrochen, wenig später gestorben.

Nach einer Schweigeminute wurde das Spiel aber dennoch angepfiffen, auch auf Wunsch der Witwe des verstorbenen Anhängers. „Die Situation war schwierig, weil sich der Anpfiff verzögert hat“, sagte Linksaußen Tim Matthes, der mit sechs Toren glänzte. „Da waren wir fahrig und unkonzentriert.“ Die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic tat sich schwer, konnte sich in einer engen Partie gegen die Nordhessen nicht absetzen.

Erst mit Beginn der zweiten Hälfte drehten die Füchse auf, fanden zu der Stärke, mit der sie in den vergangenen Wochen fünf Siege in Folge gefeiert hatten. Angeführt von Spielmacher Fabian Wiede (sieben Treffer) erarbeiteten sich die Berliner einen Sechs-Tore-Vorsprung (22:16/44. Minute).

Schon am Dienstag kommt es in Melsungen zum nächsten Duell

„Wir waren alle richtig gut motiviert“, sagte Wiede, „alle waren heiß und wollten gewinnen.“ Auch Silvio Heinevetter lief gegen seinen zukünftigen Klub zu Höchstleistungen auf. Der Torhüter, der ab der 15. Minute zwischen den Pfosten stand und nächsten Sommer nach Melsungen wechselt, hielt insgesamt acht Bälle. Angefeuert von 7428 Zuschauern brachten die Berliner den Vorsprung über die Zeit und kletterten mit dem Sieg auf Tabellenrang vier.

Schon am Dienstag steht das nächste Duell gegen Melsungen (19 Uhr) an, dann treten die Füchse zum Pokal-Viertelfinale in Hessen an und haben die Chance, ins Final Four einzuziehen. Um das auch im EHF-Pokal zu schaffen, müssen die Berliner erst noch die Gruppenphase überstehen.

Im EHF-Pokal geht es gegen PAUC, Tatabanya und Logrono

Auf wen der Vorjahresfinalist dort trifft, steht seit der Auslosung in Wien am Donnerstagmittag fest. Die Füchse bekommen es in Gruppe C mit PAUC Handball aus Frankreich, Grundfos Tatabanya aus Ungarn und BM Logrono La Rioja aus Spanien zu tun.

„Das ist eine attraktive Gruppe. Mit Frankreich, Spanien und Ungarn sind Topnationen des Handballs vertreten, und daher sind auch tolle Spiele zu erwarten“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning: „Wir haben alle nur ein Ziel. Wir möchten gemeinsam mit unseren Fans den Titel im heimischen Fuchsbau zurück nach Berlin holen.

Die sechs Gruppenspiele finden zwischen dem 8. Februar und 29. März 2020 statt. Sollten die Füchse zu den Gruppensiegern oder den drei besten Zweiten gehören, ziehen sie als Ausrichter direkt in die Endrunde in der heimischen Max-Schmeling-Halle (23./24. Mai) ein.

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