Handball

Geht das bei den Füchsen denn schon wieder los?

Die Füchse starten erneut mit Verletzungssorgen in die neue Saison, wollen aber dennoch das Final Four im Pokal erreichen.

Rechtsaußen Mattias Zachrisson (l.) fällt für den Rest des Jahres aus.

Rechtsaußen Mattias Zachrisson (l.) fällt für den Rest des Jahres aus.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Erinnerungen an die vergangene Saison werden wach. Schlechte Erinnerungen. Am Freitagmittag gaben die Füchse Berlin bekannt, dass sie bei ihrem Auftakt im DHB-Pokal am Sonnabend (16.30 Uhr, handball-deutschland.tv) gegen den Zweitligisten Krefeld auf zwei Spieler verzichten müssen. Verletzungsbedingt. Natürlich, wie sollte es auch anders sein.

Zum Start in diese Spielzeit hat es Jacob Holm (24) und noch viel schlimmer Mattias Zachrisson (28) getroffen. Während Holm mit einem kleinen Meniskusschaden sechs Wochen ausfällt, wird Zachrisson in diesem Jahr keinen Fuß mehr auf ein Handballfeld setzen. Der Schwede verletzte sich an der Schulter, vermutlich am Labrum. Wie schwer die Verletzung ist und wie lang der Heilungsprozess dauern soll, wird sich bei einer Operation in der kommenden Woche herausstellen. Geht das denn schon wieder los? „Das ist eine Hiobsbotschaft und wirklich bitter“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. „Wir werden dies über die Breite des Kaders auffangen.“

Das Final Four im Pokal ist das Ziel der Füchse

Das hatte der Berliner Handball-Bundesligist auch in der vergangenen Saison versucht. Damals waren es Kapitän Hans Lindberg und Spielmacher Fabian Wiede, die die ersten Auftritte verpassten. Zehn weitere Verletzte folgten, das Dilemma nahm seinen Lauf, die Füchse erholten sich die gesamte Saison nicht von dieser Misere. Und so ist nun auch der Ausfall von Holm und Zachrisson ein Dämpfer vor dem Saisonauftakt am Wochenende.

Dabei waren die Gedanken bei den Berlinern gerade erst hoffnungsvoll Richtung Frühling gewandert. Das erste Wochenende im April 2020, das wäre eine gute Gelegenheit, mal wieder einen Ausflug nach Hamburg zu machen. Dann findet in der Hansestadt nämlich das Final Four des DHB-Pokals statt.

Zweitligisten sind eine Gefahr fürs Weiterkommen

Um dort hinzukommen, muss der Vorjahreshalbfinalist an diesem Wochenende aber erst einmal die ersten beiden Runden überstehen. Nach dem Duell mit Krefeld würde der Gegner am Sonntag (16 Uhr, handball-deutschland.tv) TuS Spenge (Drittligist) oder TuS N-Lübbecke (Zweitligist) heißen. „Bei einem Bundesligisten ist jeder hellwach, bei einem Zweitligisten muss der Trainer motivieren. Die geben immer Gas bei solchen Turnieren“, weiß Coach Velimir Petkovic.

Der 63-Jährige würde seine Mannschaft aber am liebsten gar nicht anspornen müssen. „Mein Wunsch ist, dass sie herkommen und ich sie nicht extra motivieren muss“, sagt Petkovic. Das Ziel Final Four sollte für die Profis ja auch Motivation genug sein. Ist das nicht der Fall, hilft der Trainer mit einem kleinen, aber feinen Interview nach.

Wunschspieler Müller muss sich noch steigern

So wie bei Michael Müller. Der Zugang aus Melsungen ist Petkovics „absoluter Wunschspieler“, wie der Trainer immer wieder betont. Mit den Leistungen des rechten Rückraumspielers in der Vorbereitung war Petkovic allerdings überhaupt nicht zufrieden und stachelte Müller durch einige kritische Aussagen in einem Interview nach einem Testturnier an.

„Da habe ich gesagt, dass ich noch viel, viel mehr von ihm erwarte. Das hat ihm nicht gepasst. Dann hat er mit mir gesprochen und gefragt, was er besser machen soll“, sagt Petkovic. „Damit hab ich erreicht, was ich wollte.“ Müller war zurückhaltend, wollte sich in seiner neuen Mannschaft nicht direkt in die erste Reihe drängeln. Er soll aber auf dem Feld leistungsstarker Stellvertreter von Spielmacher Wiede sein. Am besten schon am Wochenende. Damit die Erinnerungen an diese Saison nicht so schwarz werden wie die an die vergangene.