Handball

Streit zwischen Heinevetter und Hanning eskaliert

Der Nationaltorhüter beschuldigt den Füchse-Boss, bezüglich seines Wechsels gelogen zu haben. Hanning will sich nun schon nach Ersatz umschauen.

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning (l.) und Nationaltorhüter Silvio Heinevetter im Gespräch.

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning (l.) und Nationaltorhüter Silvio Heinevetter im Gespräch.

Foto: Fotostand / Wolf / picture alliance / Fotostand

Berlin. Silvio Heinevetter wollte sich am Dienstag nicht mehr dazu äußern. Der Torhüter der Füchse Berlin wollte nicht über seinen Wechsel im Sommer 2020 zur MT Melsungen sprechen, nicht über die Vertragsverhandlungen und schon gar nicht über den Streit, der beim Handball-Bundesligisten in der Hauptstadt ausgebrochen ist.

Doch vor der Partie der Berliner am Donnerstagabend gegen den THW Kiel (19 Uhr, Schmeling-Halle) gibt es kein anderes Thema im Füchse-Kosmos. Der Grund: Heinevetter beschuldigte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning, bei Äußerungen über die Vertragsverhandlungen gelogen zu haben.

Der Torhüter fühlt sich falsch wiedergegeben

Der Nationaltorhüter fühlt sich falsch wiedergegeben. Trotz wochenlanger Bemühungen seinerseits um ein Gespräch habe ihm Hanning zu verstehen gegeben, dass es für ihn kein unterschriftsreifes Angebot der Füchse geben werde. „Jetzt behauptet er im Nachhinein das Gegenteil“, sagte Heinevetter der „Bild“. Hanning habe ihm sogar dazu geraten, schon in diesem Sommer gegen eine Ablöse zu einem anderen Verein zu gehen.

Das scheint nun gar nicht so abwegig zu sein. Eine vernünftige Basis für professionelle Zusammenarbeit dürfte jedenfalls nicht mehr vorhanden sein. Immerhin läuft die Suche nach einem Ersatzmann schon auf Hochtouren. „Mir sind mittlerweile rund 50 Torhüter angeboten worden, darunter auch wirkliche internationale Klasse“, sagte Hanning, der recht gefasst auf die Vorwürfe reagierte.

Heinevetters Lebensgefährtin provoziert mit Instagram-Foto

Und das, obwohl der brodelnde Streit auch noch durch die sozialen Netzwerke befeuert wurde. Heinevetters Lebensgefährtin Simone Thomalla hatte ein Bild auf Instagram gepostet, auf dem ein kleines Männchen mit Fuchskopf und der Spruch „Lügen haben kurze Beine“ zu sehen ist. „Mehr habe ich dazu nicht zu sagen!!! Manchmal braucht man halt 10 Jahre um zu verstehen...“, schrieb die 54-Jährige dazu.

Doch auf Spielerfrauen-Posts reagiere Hanning grundsätzlich nicht. „Auf diesem Niveau spiele ich nicht, weil sie mich da um Längen schlägt.“ Dass der Wechsel zu einer ausgewachsenen Streiterei eskaliert ist, gefällt dem Füchse-Macher nicht. Vertragsgeschichten gehören seiner Meinung nach nicht in die Öffentlichkeit.

Mit 400.000 Euro der Topverdiener

„Aber nun zwingt er mich dazu. Fakt ist: Silvio ist unser teuerster Spieler, seine Leistungen in den vergangenen anderthalb Jahren waren durchwachsen und wir sind nicht so zufrieden, wie man es von einem Weltklasse-Torhüter erwarten darf“, sagte Hanning. Mit knapp 400.000 Euro Jahresgehalt ist Heinevetter der Topverdiener bei den Füchsen. Ob er das auch noch in der kommenden Saison sein wird, bleibt abzuwarten.