Handball

Die Füchse gegen ihren geliebten Feind

Im EHF-Cup gegen St. Raphael geht es für die Berliner neben einem erfolgreichen Auftakt in die Gruppenphase auch um Wiedergutmachung.

Trainer Velimir Petkovic (l.) fordert von seinem Team vollen Einsatz.

Trainer Velimir Petkovic (l.) fordert von seinem Team vollen Einsatz.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin.  Die dunklen Wolken hatten sich am Sonnabend verzogen. Ein reinigendes Gewitter hatte die schlechte Stimmung, die sich nach Donnerstagabend bei den Füchsen Berlin breit gemacht hatte, beseitigt. Mannschaft und Trainer Velimir Petkovic hatten sich ausgesprochen. Viel diskutiert über das, was da bei der Niederlage in der Handball-Bundesliga in Lemgo (30:34) schief gelaufen war. „Die Spannung war weg, die mentale Stärke war weg“, sagt der Coach. Der Kopf war das Problem, war nach der kräftezehrenden WM noch nicht wieder auf den Liga-Alltag eingestellt.

Und damit die Psyche nach dem Auftakt in die Bundesliga-Rückrunde nicht auch den Start in die Gruppenphase des EHF-Pokals am Sonntag vermasselt, herrschte beim Abschlusstraining wieder „richtig gute Laune“, wie Petkovic sagt. Die Berliner sind froh, dass schon heute gegen St. Raphael (15 Uhr, Schmeling-Halle/live bei DAZN) die Chance auf Wiedergutmachung besteht. „Die Mannschaft steht jetzt in der Pflicht, das vor heimischem Publikum wieder auszubügeln“, forderte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Beim erneuten Titelgewinn warten 100.00 Euro Preisgeld

Und auch Trainer Petkovic versichert, dass „seine Jungs alles geben wollen, um zu gewinnen“. Diesem Vorhaben steht allerdings ein ganz besonderer Gegner im Weg: das französische Topteam aus St. Raphael, der geliebte Feind der Füchse. Die Franzosen sind alte Bekannte, die sie in Berlin noch in guter Erinnerung behalten haben. In insgesamt sechs Duellen gingen die Füchse vier Mal als Sieger vom Feld.

Zuletzt standen sich beide Teams im Final Four vergangenen Mai gegenüber – mit dem besseren Ende für die Berliner. Der Hauptstadt-Klub holte sich den EHF-Pokal und ist deshalb in dieser Saison auf Mission Titelverteidigung. „Die Gruppenphase nun zu überstehen, ist aus sportlichen Gründen absolute Pflicht“, sagt Hanning. Doch natürlich liebäugelt man bei den Berlinern auch mit den 100.000 Euro Preisgeld, die für den Titelgewinn beim Final Four (17./18. Mai in Kiel) zu holen sind.

Zukunftsmusik, für die ein erfolgreiches erstes Gruppenspiel gegen St. Raphael nötig ist. „Das wird eine schwere Partie. Die haben Qualität auf jeder Position“, weiß Kapitän Hans Lindberg. Doch die haben auch die Füchse. Und Petkovic verlangt, dass die auch wieder auf der Platte sichtbar wird. Damit das kurze Stimmungshoch nicht gleich wieder Bruchlandung erleidet.