Irres Comeback

Heinevetter führt die Füchse ins Pokal-Final-Four

Was für eine Aufholjagd, was für ein Cup-Fight: Die Füchse stürzen DHB-Pokal-Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen nach Verlängerung

Silvio Heinevetter trieb die Rhein-Neckar Löwen in der Schlussphase zur Verzweiflung.

Silvio Heinevetter trieb die Rhein-Neckar Löwen in der Schlussphase zur Verzweiflung.

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin. Als Jacob Holm Sekunden vor Schluss der Verlängerung zum 37:35 (14:17)-Endstand traf, brachen in der Schmeling-Halle alle Dämme. Im kollektiven Freudentaumel hüpften die Spieler der Füchse über das Feld, wenig später sogar in grünen T-Shirts mit dem Spruch „Nu aber Butter bei die Füchse“. Mit dem Sieg im Viertelfinale des DHB-Pokals gegen die Rhein-Neckar Löwen darf der Berliner Handball-Bundesligist seinen großen Traum, im Final Four Anfang April (6./7. April) in Hamburg um den Titel mitzuspielen, weiter leben.

„Das sind die Momente, für die du diesen Job machst“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und lächelte selig. 6405 Zuschauer und der Großteil der Mannschaft des 1. FC Union um Felix Kroos sahen ein furioses Spiel, in dem der Titelverteidiger aus Mannheim das bestimmende Team war. Den Füchsen gelang es bis kurz vor Schluss nicht, die Partie zu drehen.

„Um so ein Spiel zu gewinnen, um nach Hamburg zu kommen, brauchst du auch ein bisschen Glück“, sagte Trainer Velimir Petkovic. Und die Erfahrung von Kapitän Hans Lindberg und Nationaltorhüter Silvio Heinevetter. Lindberg traf mit der Schlusssirene per Siebenmeter zum wichtigen 30:30 und führte sein Team so in die Verlängerung.

Heinevetter hielt dann die wichtigen Bälle, nachdem er auf die Bank gesetzt worden war. „Ich habe ihm gesagt, ich bring’ dich wieder rein, und du bringst uns nach Hamburg“, sagte Petkovic. Und das machte der 34-Jährige mit hochklassigen Paraden und überragenden Reflexen, dank derer sein Team die Löwen nicht mehr in Führung gehen ließ. „Wir wollten das unbedingt gewinnen“, sagte Paul Drux. Der Nationalspieler war zusammen mit Lindberg und Linksaußen Bjarki Elisson (alle sieben Tore) bester Werfer der Berliner. „Jetzt wollen wir alles“, betonte Fabian Wiede.

In Hamburg warten nun Kiel (31:19 gegen Melsungen) und Hannover (33:29 gegen Erlangen). Magdeburg spielt am Mittwoch gegen Göppingen.

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