Handball

Füchse wollen im Pokal ihre Sehnsucht nach Titeln stillen

Gegen den Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen geht es an diesem Dienstag in der Schmeling-Halle um den Einzug ins Final Four.

Spielmacher Fabian Wiede (l.) ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder in Topform.

Spielmacher Fabian Wiede (l.) ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder in Topform.

Foto: Sport Moments/Basting / picture alliance / Sport Moments/Basting

Berlin.  Es ist ein beliebtes Denkmuster im Sport. Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel. Den Fokus bloß nicht zu weit in die Zukunft richten. Bei den Füchsen Berlin läuft das gerade etwas anders. Nach dem umkämpften Sieg gegen den SC DHfK Leipzig am Sonntag (26:23) gilt die volle Konzentration natürlich dem Viertelfinale im DHB-Pokal an diesem Dienstag (18 Uhr, Schmeling-Halle und frei empfangbar bei Sky Sport News HD). Doch wenn der Berliner Handball-Bundesligist heute die Rhein-Neckar Löwen empfängt, denkt die Mannschaft von Trainer Velimir Pektovic schon hoffnungsvoll an den Frühling.

Anfang April findet das Pokal-Final-Four in Hamburg statt (8./9. April). Und die Füchse wollen nach drei Jahren Abstinenz dort endlich wieder mitmischen. Die Lust auf einen Titel ist groß. Die Aussicht darauf mit Platz fünf in der Liga verschwindend gering. Also müssen die Pokalwettbewerbe herhalten. Im EHF-Cup wartet ab Februar erst einmal die Gruppenphase mit Kalibern wie dem französischen Topklub St. Raphael. Der Weg zum Final Four Mitte Mai (17./18. Mai in Kiel) ist noch weit. Da scheint der Schritt Richtung Pokalsieg doch etwas kleiner zu sein.

Hanning warnt vor Spielstärke der Löwen

Auch wenn ausgerechnet der Titelverteidiger aus Mannheim zwischen den Füchsen und diesem Saisonziel steht. „Natürlich wollen wir das Pokalspiel gewinnen“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning. „Aber bei der Spielstärke des aktuellen Pokalsiegers ist das keine Selbstverständlichkeit.“ Die zarte Frühlingshoffnung, sie könnte bei einer Niederlage eher Weihnachtsfrust weichen.

Nicht aber, wenn es nach Coach Petkovic geht. In der Liga hatte sich seine Mannschaft bereits Mitte Oktober mit dem Spitzenteam in Mannheim gemessen. Gebeutelt von der Klub-WM, bei der die Füchse zwar Vize-Weltmeister wurden, aber auch gleich vier Leistungsträger in den Krankenstand verabschieden mussten, stand am Ende eine Niederlage. Die aber mit dem 25:28 bei Weitem nicht so bitter ausgefallen war, wie die Vorzeichen es hatten vermuten lassen. Die Berliner hatten gekämpft, sich auch dezimiert bestens verkauft. Ihr einziger Nachteil damals waren die schwindenden Kräfte.

Petkovic warnt davor, zu viel von Rückkehrern zu erwarten

Acht Wochen später ist die Ausgangslage eine andere: die Unterstützung der eigenen Fans, ein breiterer und qualitativ stärkerer Kader als noch im Oktober, und das Selbstbewusstsein aus zuletzt drei Liga-Siegen in Folge. „Wenn ich die Situation im Oktober mit der jetzt vergleiche, dann müssen wir gewinnen“, sagt Petkovic. So angriffslustig, wie der Trainer klingt, ist er aber gar nicht. Seine Kampfansage ist viel mehr eine Warnung. Zwar freut sich der 62-Jährige, dass er seit zwei Wochen wieder auf Leistungsträger wie Fabian Wiede und Paul Drux zurückgreifen kann. Doch man dürfe nicht zu viel von ihnen erwarten. „Viele von den Rückkehrern sind noch nicht hundertprozentig fit, in Form oder eingespielt“, sagt Petkovic.

Der Trainer verlässt sich sowieso lieber auf sein gesamtes Team, statt nur auf einzelne Spieler zu bauen. Die Chance, im April um einen Titel mitzuspielen, sollte Motivation genug für jeden Einzelnen sein. Und dann wäre da ja auch noch der Gegner. „Die Rhein-Neckar Löwen zeigen in letzter Zeit auch Schwächen. Ich glaube, die sind langsam auch am Ende ihrer Kräfte“, sagt Pektovic dann doch etwas angriffslustig. Ein Sieg gegen den Titelverteidiger, die große Lust auf einen Titel und dann das Final Four vor Augen würden schließlich einen ordentlichen Motivationsschub für die gesamte Saison geben.

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