Handball

Füchse mühen sich zum Erfolg gegen den Bergischen HC

Die Berliner zeigen gegen den Aufsteiger zwar keinen schönen Handball, holen aber einen wichtigen 26:22-Arbeitssieg.

Johan Koch (Mitte) von den Füchsen setzt sich am Kreis gegen die Abwehr des Bergischen HC durch.

Johan Koch (Mitte) von den Füchsen setzt sich am Kreis gegen die Abwehr des Bergischen HC durch.

Foto: Andreas Gora / imago/Andreas Gora

Berlin.  Ein bisschen ratlos standen die Füchse Berlin in der Mitte des Feldes und ließen sich von den Fans in der Max-Schmeling-Halle feiern. Der eine oder andere mag sich gefragt haben: Wofür eigentlich? Denn die Leistung, die der Handball-Bundesligist aus der Hauptstadt in den vorangegangenen 60 Minuten gezeigt hatte, war einer großen Feier nicht würdig. Das 26:22 (10:8) gegen den Bergischen HC, es war ein klassischer Arbeitssieg.

„Das war spielerisch nichts Besonderes von uns. Vor allem im Angriff“, sagte Füchse-Trainer Velimir Petkovic. 8680 Zuschauer sahen am Sonntagnachmittag ein unnötig enges Spiel, in dem es die Berliner nicht schafften, die Gäste aus dem Bergischen Land auf mehr als zwei Tore zu distanzieren. Obwohl der BHC in der ersten Halbzeit eine Viertelstunde keinen Ball in Silvio Heinevetters Tor unterbringen konnte und die Füchse das bessere Team waren. 55 Minuten mussten sich die Hausherren gedulden, bis sie dann doch ein Polster von fünf Treffern zwischen sich und den BHC legen konnten (23:18).

Torwart Heinevetter zeigt 17 Paraden

Schuld waren Pass- und Schrittfehler im Angriff sowie Fehlwürfe beim Abschluss. Nur die Deckung, in dieser Saison die Lebensversicherung des Tabellensechsten, und Torhüter Heinevetter hielten die Füchse in Führung. Der Nationalkeeper parierte gleich 17 Mal. „Riesen Lob an Heine. Er ist einer der besten Torhüter der Liga und hat lange mit seiner Form gekämpft“, sagte Petkovic.

Der Coach hatte im Gegensatz zu den Vorwochen für seine Startformation auf Jungfuchs Frederik Simak verzichten müssen. Der 20-Jährige hatte aus dem EHF-Pokalspiel gegen Aalborg eine Schulterverletzung davongetragen, die gesamte Woche nicht trainiert und warf gegen den BHC nur den einen oder anderen Siebenmeter. Dafür rückte Fabian Wiede auf die Spielmacherposition in der Rückraum-Mitte. Zusammen mit Lennart Gliese auf halbrechts und Rechtsaußen Hans Lindberg sollten gleich drei Linkshänder Alarm vor dem BHC-Tor machen. Doch es waren Jacob Holm – der 23-Jährige war mit sieben Toren bester Werfer der Füchse – und Nachwuchsspieler Torben Matzken (18), die sich als eifrigste Arbeiter am gegnerischen Kreis erwiesen. „Das, was der junge Torben da über 40 Minuten gezeigt hat, war großartig. Danke an Bob, dass wir so einen heute auf dem Feld hatten. Er hat uns geholfen, in die Partie zu finden“, sagte Petkovic.

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning hatte stolz am Spielfeldrand gestanden und zugeschaut, wie es sein A-Jugendfuchs, der mit dem Nachwuchs am Sonnabend noch gegen Potsdam gespielt hatte, immer wieder mit den Abwehr-Riesen des Bergischen HC aufnahm. „Das ist hier schon was anderes als in der A-Jugend“, sagte Matzken.

Denn dieser Arbeitssieg war mühsam, kräftezehrend und nicht unbedingt überzeugend. Bei immer noch neun Verletzten sind es aber wohl genau diese Erfolge, mit denen sich die Füchse im Rennen um die Europapokalplätze halten. Und dann würde es immerhin am Ende der Saison etwas zu feiern geben.

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