Handball

Die Füchse starten im Dezember durch

Auf die Berliner Handballprofis warten in diesem Monat wegweisende Spiele in der Liga und für eines der Saisonziele.

Berlins Fabian Wiede (M.) setzt sich am Kreis durch

Berlins Fabian Wiede (M.) setzt sich am Kreis durch

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin.  Der Dezember ist nicht jedermanns Sache. Es ist dunkel, meist kalt und die Fülle an Lichtern, Glühwein und Weihnachtsstimmung kann ja auch durchaus überfordern. Da ist die Vorfreude auf den Januar, auf einen frischen Start in ein neues Jahr bei vielen groß. Nicht aber bei den Füchsen Berlin.

Der Handball-Bundesligist will den Neustart vorziehen – schon jetzt im Dezember endlich durchstarten. Denn der gefürchtete November, in dem die Berliner gebeutelt von zahlreichen Verletzungen so viel verlieren konnten, er ist vorbei. Geschafft. Und mit ihm die Qualifikation für die Gruppenphase des EHF-Pokals. „Das war ein richtig schwerer Monat für uns. Da hätte viel schief gehen können. Mit dem Sieg gegen Aalborg haben wir uns gerettet, aber in der Liga haben wir nicht viele Punkte geholt. Einmal in Wetzlar gewonnen, alle anderen Spiele verloren“, sagt Trainer Velimir Petkovic. Und er fügt an: „Jetzt kommt der Dezember mit vielen wichtigen Spielen, auch den müssen wir erstmal überstehen.“

Heute Heimspiel gegen den Aufsteiger Bergischer HC

In der Bundesliga wartet an diesem Sonntag der Bergische HC (16 Uhr, Schmeling-Halle), Aufsteiger und Tabellensiebter. Danach geht es gegen Gummersbach (6.12.), Leipzig (16.12.), Magdeburg (23.12.) und Erlangen (26.12.) nicht nur um Punkte. Sondern vor allem um die Behauptung von Tabellenplatz sechs. „In den nächsten Partien kommt es einfach darauf an, Stabilität zu finden“, sagt Rückraumspieler Fabian Wiede.

Der Spielmacher ist einer der Rückkehrer, die Mut auf einen erfolgreichen Neustart machen. Neben Wiede, der schon gegen Kiel (22:26) und Aalborg (28:23) wieder mitwirken konnte, erwartet Trainer Petkovic in den kommenden zwei Wochen die beiden Rechtsaußen Christoph Reißky und Mattias Zachrisson zurück. Torhüter Malte Semisch dürfte nach seinem Bandscheibenvorfall ebenso recht bald wieder fit sein, wie Nationalspieler Paul Drux, der in dieser Woche grünes Licht für den Einstieg ins Mannschaftstraining erhielt.

Während sich der Kader langsam wieder vervollständigt, leeren sich die Reihen im Kraftraum. Dort, wo die Verletzten in den vergangenen Wochen an ihren Comebacks schufteten und beobachten konnten, wie sich der Rest des Teams in der Liga trotz Rumpftruppe Respekt verschaffte. Und jetzt, wo einige seiner schmerzlich vermissten Schützlinge zurückkehren, verrät Petkovic sogar den Grund für die überraschenden Leistungen seines Teams: „Wir sind stark, wenn wir komplett sind. Wir sind unberechenbar, wenn wir nicht komplett sind“, sagt der Coach.

Pokal-Viertelfinale kurz vor Weihnachten

Dass diese Unberechenbarkeit jetzt verloren gehen könnte, ist angesichts der neuen Breite im Kader nicht zu befürchten. „Wenn wir mehr Spieler haben, sind wir nicht so gut zu durchschauen, haben mehr Variabilität, um den Gegner zu überraschen“, sagt Nationalspieler Wiede, der gerade schon die zweite Verletzung in dieser Saison überstanden hat. Ausgerechnet in der Spielzeit, die in der Weltmeisterschaft (10. bis 27. Januar 2019) im eigenen Land gipfelt. „Es ist natürlich schade, dass da immer wieder kleine Rückschläge kommen, wenn man gut drauf ist. Auch für den Kopf ist das extrem schwierig, immer wieder und wieder anzugreifen. Aber das wirft mich nicht aus der Bahn“, sagt der 24-Jährige.

Wiede will – genau wie Kollege Drux – möglichst schnell zu seiner Form vor dem Anbruch seines Schienbeins zurück. Für den WM-Traum im eigenen Land und für den Erfolg der Füchse. Denn neben den wichtigen Spielen in der Liga wartet kurz vor Weihnachten (18.12.) auch noch das Viertelfinale im DHB-Pokal – gegen Titelverteidiger Rhein-Neckar Löwen. Ein Erfolg dort scheint ebenso wichtig wie das Weiterkommen im EHF-Cup. Ist doch das Final Four in Hamburg Anfang April eines der ausgegebenen Saisonziele. „Ich will jedes Spiel gewinnen, dazu gehört auch das Pokal-Viertelfinale“, sagt Petkovic. Sollte es tatsächlich so kommen, wäre der Trainer sicherlich ausgewiesener Fan des Monats Dezember.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.