Handball

Füchse vor dem Spiel des Jahres

Die Füchse Berlin brauchen im EHF-Cup dringend einen klaren Sieg, sonst ist die Mission Titelverteidigung frühzeitig beendet.

Auf die Füchse-Abwehr um Jakov Gojun (mit Ball) wird es ankommen.

Auf die Füchse-Abwehr um Jakov Gojun (mit Ball) wird es ankommen.

Foto: Frank Molter / dpa

Berlin.  Bob Hanning stieg gerade in den Bus. Mit seiner A-Jugend ging es am Sonnabend zum Auswärtsspiel bei Werder Bremen. Doch die Gedanken des Geschäftsführers der Füchse Berlin wanderten kurz vor der Abfahrt trotzdem nochmal in Richtung Sonntagnachmittag. Dann nämlich wartet auf den Handball-Bundesligisten in der dritten Runde des EHF-Pokals das entscheidende Rückspiel gegen Aalborg HB (15 Uhr, Max-Schmeling-Halle).

„Wir hätten schon in Aalborg gewinnen können. Umso wichtiger, dass es jetzt gelingt“, sagte Hanning. Immerhin haben die Berliner mit der 29:31-Niederlage vor einer Woche eine Erfolg versprechende Basis gelegt, um das Ausscheiden noch abzuwenden. Denn was eigentlich nur ein kleiner Teil der Mission Titelverteidigung sein sollte, wird jetzt zur Überlebensfrage. „Die richtige Antwort am Sonntag ist lebenswichtig für uns. Keine Frage“, sagte Trainer Velimir Petkovic.

Mindestens zwei Tore Vorsprung sind nötig

Die richtige Antwort besteht aus einem Sieg mit mindestens zwei Toren Vorsprung, wenn es den Hausherren gelingt, die Dänen in der Abwehr zu weniger als 29 Toren kommen zu lassen. „Die Mannschaft hat sich deshalb auch vorgenommen, nicht so viele einfache Gegenstoßtore zu bekommen. Das ist ihr Anspruch“, sagte Hanning.

Das Team weiß genauso gut wie sein Geschäftsführer um die Bedeutung der Partie am Sonntag, die zum Spiel des Jahres für die Füchse werden könnte. Erst mit dem Einzug in die Gruppenphase zahlt sich der internationale Wettbewerb auch aus. „Das ist aber keine Sache der Finanzen. In erster Linie ist es eine Sache des Renommees und der sportlichen Situation“, sagte Hanning. Denn internationale Spiele seien für die Mannschaft immer eine wichtige Motivation. Ebenso wie die Aussicht auf einen Titel.

Hanning hofft mit Wiede auf die Abwehr in Bestbesetzung

„Da hast du Chancen, durch die Gruppe wieder das Final Four zu erreichen, und ich sage immer, dass wir im Februar eine sehr gute Mannschaft haben werden“, so Petkovic, der dann einen Großteil seiner Langzeitverletzten zurückerwartet. „Eine Mannschaft, die diesen Pokal auch holen kann. Egal, welche deutschen oder europäischen Teams da kommen.“

Bei den Füchsen sind sie also immer noch im Angriffsmodus. Die Titelverteidigung haben die Berliner noch nicht abgeschrieben, trotz der immer noch neun Verletzten. Aber Ausreden lassen sie nicht gelten. Schon gar nicht, nachdem Spielmacher Fabian Wiede am Donnerstag in Kiel (22:26) sein sehnlichst erwartetes Comeback feierte. „Es ist gut, dass wir die erste Besetzung der Abwehr wieder zur Verfügung haben. Mit Fabi, Marsenic, Gojun, Schmidt, auch Simak kann in der Abwehr spielen, da ist schon viel Qualität da“, sagte Hanning.

Petkovic fordert Leidenschaft und Kampf

Hinzu kommt der Eindruck, den die Füchse nach den vergangenen Auftritten gegen Kiel, Aalborg und Melsungen hinterlassen hatten. Obwohl die Partien allesamt verloren gingen, war dem Bundesliga-Sechsten der Kampfgeist und der unbedingte Wille, die angespannte Personalsituation so gut es geht zu überbrücken, nicht abzusprechen. „Du musst auch jetzt mit Begeisterung spielen, mit Leidenschaft, mit Kampf“, sagte Petkovic. „Wir müssen die Qualifikation einfach schaffen. Das habe ich schon vor einem Monat gesagt, als das Verletztenpech anfing. Ich habe immer gesagt, wie wichtig diese Spiele sind.“ Und für die Zukunft werden können. Sollte es den Füchsen nicht gelingen, sich über die Liga einen internationalen Startplatz zu sichern, könnte immerhin der Erfolg im EHF-Pokal dafür sorgen. Ein ambitioniertes Ziel, für das erst einmal heute ein Sieg her muss.

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