Als Velimir Petkovic am Montag die Trainingshalle im Sportforum Hohenschönhausen betrat, wurde ihm mal wieder vor Augen geführt, dass bei den Füchsen Berlin gerade alles andere als Normalität herrscht. „Ich komme zum Training und sehe sieben, acht Leute“, sagt der Coach des Handball-Bundesligisten. Der Rest seines Stammpersonals ist langzeitverletzt und wird gerade durch Spieler aus der A-Jugend und der zweiten Mannschaft ersetzt. „Ich hab immer gesagt, dass du 14, 15, 16 Spieler brauchst, damit man ein qualitatives Training machen, taktisch arbeiten kann. Aber wenn im Training keine Qualität ist, kannst du auf dem Feld auch keine Qualität erwarten“, sagt Petkovic, der bei der Niederlage gegen Stuttgart vergangenen Donnerstag (25:30) Qualitätsverluste in Angriff und Abwehr erkennen musste. „Aber ich will nicht meckern, das ist nicht mein Stil.“
Die Energie, die für mögliche Schimpftiraden draufgehen würde, investiert der 62-Jährige lieber in die Integration der Ersatzkräfte und in Gedanken über die Spielweise seiner zusammengewürfelten Mannschaft für die Partie am Donnerstag bei der HSG Wetzlar (19 Uhr, Sky). „Ich bin wie ein Chemiker, ich gehe in mein Labor und versuche irgendwas zu mischen, und dann hoffe ich, dass das funktioniert“, sagt der Füchse-Coach. Funktionieren sollte die Mischung des Trainer-Tüftlers möglichst schnell, wenn man das Programm des EHF-Pokalsiegers im November betrachtet. In der kommenden Woche empfängt der Tabellensechste die MT Melsungen (15.11.), nur zwei Tage später geht die Reise nach Aalborg zum Hinspiel in der 3. Runde des EHF-Pokals (17.11.), am Donnerstag danach (22.11.) treten die Berliner beim Spitzenteam in Kiel an. Nach zwei Tagen Pause steht dann noch das Rückspiel im EHF-Pokal gegen Aalborg an (25.11.).


