Als sich Paul Drux am Sonntag in den Süden Deutschlands aufmachte, schaute man ihm bei den Füchsen Berlin mit gemischten Gefühlen hinterher. Seit einem halben Jahr plagen den 23-Jährigen Schmerzen im Fuß. Das Syndesmoseband scheint es zu sein, nun sollen tiefergehende Untersuchungen in Bayern zeigen, was wirklich los ist. Und wie lange der Nationalspieler dem Handball-Bundesligisten fehlen könnte.

Mit Drux gibt es den nächsten Verletzten

Es ist wohl allein das, was den Füchsen nach dem famosen 27:24-Derbysieg gegen den SC Magdeburg Bauchschmerzen bereitet. Sie hatten sich doch gerade gefunden, als funktionierende Mannschaft, in der sich der eine auf den anderen verlassen kann. Und nun wird wieder einer aus dieser Einheit herausgerissen. „Das sind wir ja schon gewohnt und nehmen es daher ganz locker“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.

Was den Macher der Berliner so gelassen auf den nächsten vermeintlichen Ausfall eines Leistungsträgers schauen lässt, ist die Aussicht nach ausgeheilter Verletzung einen noch besseren Drux auf dem Feld zu haben. Und die Erkenntnis aus dem Derbysieg, dass das Team von Trainer Velimir Petkovic gewachsen ist. Zusammen und über sich hinaus: Es war am Sonnabend in vielen Punkten genau die Leistung, die sich die Füchse schon von Saisonbeginn an gewünscht hatten. Ein eingespieltes Team, das dank starker Abwehr und variablem Angriff auch die schwierigen Spiele gewinnen kann. „Jetzt haben wir ein Bild davon, wie es funktionieren kann und können versuchen, das als Maßstab zu kopieren für die nächsten Spiele“, sagte Hanning.

Die kleine Serie darf gern größer werden

Während der EHF-Cup-Sieger in den Partien gegen Flensburg und in Erlangen in der zweiten Halbzeit noch geschwächelt hatte und gegen Meister Flensburg deswegen sogar den Sieg aus der Hand gab, zeigten sich die Füchse jetzt mental stärker. „Wir haben uns immer sehr schnell gefangen, einen kühlen Kopf bewahrt“, sagte Drux, „wir haben das Spiel auf viele Schultern verteilt.“ Denn anders als in den ersten Partien des holprigen Saisonstarts musste kein Spieler die alleinige Regie übernehmen. Die Füchse agierten endlich als Einheit, jeder Einzelne auf hohem Niveau. Der Lohn war der dritte Bundesliga-Sieg in Folge und das neu gewonnene Selbstvertrauen in die mannschaftliche Stärke.

„Das ist jetzt eine kleine Serie. Und wir werden versuchen, auf dieser Erfolgswelle zu bleiben“, sagte Petkovic. Die Saison kann also endlich richtig losgehen. „Ich glaube, man hat gesehen, was wir mit Holm haben, wenn Wiede mitspielt, dass das auf einem sehr sehr guten Weg ist“, sagte Hanning. Während auf diesem Weg mit Drux wahrscheinlich erstmal ein Leistungsträger fehlen wird, kommt mit Kapitän Hans Lindberg einer zurück. Schon am Sonnabend stand der Däne wieder im Kader. zunächst nur für die Symbolwirkung. Bei den Partien am Donnerstag in Bietigheim und Sonntag in Ludwigshafen könnte der 37-Jährige aber dann auch aufs Feld zurückkehren.