Bob Hanning ist sauer. Nur drei freie Tage wollte sich der Geschäftsführer der Füchse Berlin mit seiner Lebensgefährtin, der ehemaligen Leichtathletin Katrin Krabbe gönnen, doch sein für Sonntag gebuchter Flug nach Lissabon wurde erst verschoben und dann abgesagt. Während er nach zahlreichen Umbuchungen am Montag endlich die Reise antreten konnte, ereilte ihn die nächste Hiobsbotschaft: Rückraumspieler Marko Kopljar hat sich im EHF-Pokalspiel gegen St. Raphael eine Achillessehnenruptur zugezogen. Der Kroate droht ein halbes bis Dreivierteljahr auszufallen. „Das ist ein Rückschlag“, klagt Hanning. Besonders, weil die Füchse nach der Rückkehr von Paul Drux und mit Fabian Wiede auf der Mitte gerade auf dem Weg der Stabilität waren.

Wiede wird nun wieder im rechten Rückraum gebraucht, die Füchse holen zudem Christoph Reißky vom Tusem Essen für das Ligaspiel am Donnerstag beim TVB Stuttgart zurück (19 Uhr, Sky). Bereits zu Saisonbeginn hatte Reißky gegen Stuttgart ausgeholfen, als unter anderem Kopljar fehlte. Der Kroate hatte acht Wochen wegen Adduktorenproblemen pausieren müssen. Hanning muss sich vorkommen wie ein Kapitän, dessen Boot leckt. Jedes Mal, wenn er ein Loch gestopft hat, reißt das nächste auf. Das gilt auch für die nächste Saison, denn am vergangenen Donnerstag hatte sich bereits Simon Ernst im Ligaspiel mit dem VfL Gummersbach gegen TBV Lemgo erneut das vordere Kreuzband des rechten Knies gerissen.

Der deutsche Nationalspieler sollte ab Sommer bei den Füchsen Regie führen. Daraus wird erst einmal nichts. Dem 23-Jährigen droht eine Pause von acht Monaten, auch weil der abstiegsbedrohte VfL ihn nach Hannings Ansicht einer zu langen Belastung ausgesetzt hat. Bereits im Sommer vergangenen Jahres hatte Ernst an selber Stelle einen Kreuzbandriss, am 8. Februar gab er sein Comeback. Gegen die Füchse spielte er in seiner vierten Partie bereits 60 Minuten durch.