Vier neue Spieler mit Star-Potenzial und das ambitionierte Ziel, die Königspositionen in der Beletage des deutschen Handballs mit Nachwuchstalenten aus dem Verein zu besetzen.

Der Umbau bei den Füchsen fällt überraschend groß aus. Immerhin waren die vergangenen Jahre stets von Kontinuität in Sachen Personalpolitik geprägt, die Mannschaft wurde immer nur vereinzelt verstärkt. War der Einzug der Berliner ins Final Four der Champions League ein sportlicher Meilenstein in der noch jungen Vereinsgeschichte, wagt die Chefetage des Bundesligisten nun einen mutigen Schritt in die Zukunft. Denn Erfolg ist nicht planbar. Und bislang ging es für die Füchse immer nur bergauf.

Mit der Verpflichtung der drei Schweden Petersen, Zachrisson und Nielsen wollen die Berliner noch stärker ihre skandinavische Ausrichtung in Taktik und Technik stärken. Das dürfte ihnen soweit auch gelingen, steht doch in Dagur Sigurdsson ein Isländer als Chefcoach an der Seitenlinie. Und das sicher bis zum Sommer 2017.

Mit der Schweden-Fraktion schärfen die Füchse ihr Profil. Hanning will mit dem Verein eine eigene Philosophie aufbauen und nachhaltig danach leben. Mit Sigurdsson hat er den richtigen Mann an seiner Seite. Mit dem neuen Personal aus dem hohen Norden soll nun das nächste Leistungsplateau erreicht werden.

Ein Rückschlag für die Füchse ist freilich der Abgang der beiden Jung-Nationalspieler Johannes Sellin und Evgeni Pevnov. Beide sind in Berlin zu Bundesligaakteuren gereift und stehen bereits im Focus von Bundestrainer Martin Heuberger. Dafür werden mit Jonas Thümmler, Fabian Wiede und Paul Drux drei neue Talente ins Bundesligageschehen geworfen. Das dürfte auch Heuberger freuen, der den Weg der Füchse aufmerksam verfolgt und gern auch öffentlich lobt. Ist er doch auf starke Spieler angewiesen, wenn er nach der verpassten Olympia-Qualifikation wieder den Anschluss an die Weltspitze schaffen will.

Eine nachhaltige Jugendarbeit gehört für die Berliner zur tragenden Säule, dafür würden sie sogar den Europapokal opfern. Und die Strukturen werden künftig noch professioneller. Im Sommer zieht der gesamte Füchse-Tross ins Sportforum um. Dort, wo Schule und Trainingsstätten für den Nachwuchs schon jetzt ganz nah beieinander liegen. Die Füchse profitieren dabei enorm vom Schul- und Leistungssportzentrum (SLZB). Nur hier kann der Nachwuchs Handball und Abitur unter einen Hut bekommen.