Handball

Füchse-Spieler Richwien bis Jahresende außer Gefecht gesetzt

Gegen Lemgo verletzte sich der Rechtsaußen am Sprunggelenk und der Wade - dabei hatte Markus Richwien noch Glück im Unglück.

Foto: Florian Achberger / dapd

Es war die Art Szene, wie ein Handballspieler sie sich wünscht. Markus Richwien bekam den Ball so zugespielt, dass er ungehindert zur Mitte ziehen und zum Wurf hochsteigen konnte. Der 27-jährige Rechtsaußen zog ab, neben Lemgos Torhüter Carsten Lichtlein landete das runde Spielgerät zur 5:4-Führung für die Füchse Berlin im Netz. Richwien im Höhenflug, sein 43. Saisontreffer für den Bundesligisten. Doch zugleich sein vorerst letzter. Was folgte, war keine harte, sondern eine unangenehm weiche Landung auf dem Schuh eines Gegenspielers. Richwien knickte um, spürte einen stechenden Schmerz, sofort schwoll das Gelenk im linken Fuß an. Der Nationalspieler wurde vom Feld geführt und kurz darauf ins Klinikum Lichtenberg gebracht. „Ich habe gleich gewusst, dass es etwas Schlimmes gewesen sein muss“, sagte er am Montag.

Da war ihm schon bekannt, dass er noch Glück im Unglück hatte, wie es so hübsch heißt. „Es gibt eine Außenbandverletzung im linken oberen Sprunggelenk und zudem einen Anriss der äußeren Wadenmuskulatur“, vermeldete Mannschaftsarzt Jürgen Bentzien. Das bedeutet vermutlich eine Pause bis zum Jahresende. Und zugleich das Ende der Hoffnungen des Nationalspielers, bei der Weltmeisterschaft in Spanien im Januar dabei zu sein.

„Das kann ich noch gar nicht einschätzen“, sagte Richwien. Ein halbes Jahr lang hat er keinen Lehrgang der Nationalmannschaft verpasst, sich in das Team von Bundestrainer Martin Heuberger gekämpft. Nun hat er plötzlich ganz andere Sorgen: „Ich hoffe nur, dass mein Fuß so schnell wie möglich wieder in Ordnung kommt. Aber ich sehe es schon so, dass ich noch Glück hatte. Ich hatte mit sehr viel Schlimmerem gerechnet.“

Auch Füchse-Manager Bob Hanning sprach von „Glück, dass nicht das Syndesmoseband kaputt ist. Sonst hätte sich das über Monate hinziehen können“. Trotzdem sei es „tragisch für Markus“. Er hoffe, dass die Verletzung Richwiens sportlich keinen Einfluss auf die Mannschaft habe. Beim 21:19-Sieg über Lemgo kam Jung-Nationalspieler Johannes Sellin zum Zuge und war mit vier Treffern einer der erfolgreichsten Füchse. „Ich glaube, dass Johannes das lösen kann“, sagte Hanning, „Rechtsaußen ist eine Position, die wir gleichwertig besetzt haben.“