Die vier eigenen Treffer beschäftigen einige nach dem Spiel weniger als das eine Gegentor, das die Eisbären Berlin hatten hinnehmen müssen. Denn das 0:1 war kein gewöhnlicher Treffer. „Ich dachte, wenn abgepfiffen ist, ist es kein Tor“, sagte Kapitän Kai Wissmann. Doch die Anpassungen der Regeln verursachten beim Titelverteidiger der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einige Konfusion. „Wir waren alle überrascht“, sagte Ty Ronning.

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Am meisten wohl Jonas Neffin, der Torwart. Die Situation schien klar, der Puck rutschte bei angezeigter Strafe gegen den EHC langsam zum Tor der Berliner. Mit dem Pfiff im Ohr waren alle nicht mehr ganz bei der Sache. Doch die Scheibe rutschte unter Neffin hindurch. Und die Schiris klärten anschließend über die Regelauslegung auf. Weil wohl niemand mehr dran war, zählte der Treffer. Nach 132 Minuten ohne Gegentor endete sein starker Start für den EHC etwas tragisch.

Eisbären Berlin schicken alten Bekannten zum Bully

Letztlich war das für alle kein Problem. „Es ist egal, wir haben gewonnen, das zählt“, sagte Verteidiger Wissmann nach dem 4:1 (0:1, 2:0, 2:0) gegen die Nürnberg Ice Tigers. Als „Weihnachtsgeschenk“ bezeichnete Trainer Eric Dubois den Treffer, lobte aber Neffin für seine Reaktion. „Er hat Charakter gezeigt“, so der Coach über die Leistung des Goalies, der vor 14.074 Zuschauern in der Uber Arena wesentlich zum vierten Sieg in Serie beitrug und half, an den überraschenden Spitzenreiter heranzurücken.

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Altes kommt vielleicht bisweilen aus der Mode. Aber fast jede Mode wird irgendwann zu einem neuen Trend. Insofern griff der betagte Slogan „Eishockey wie noch nie“ bei den Eisbären auch am Sonntag. Einst diente er dazu, die Fans rund um den Umzug 2008 in die neue Arena zu locken. Diesmal umschrieb er die Farbauswahl der Kleidung: ganz in Weiß, dazu viele Elemente in Pink. So sahen die Fans den Meister noch nie.

04.10.2026, GER ,DEU, Deutschland, Eishockey
Stefan Ustorf (2.v.r.) und seine Frau Jody eröffnen die Partie mit einem Ehrenbully.© picture alliance / nordphoto GmbH | nordphoto / Engler

Die Kombination aus Schwarz und Pink der Nürnberger wirkte wie ein abgesprochenes Kontrastprogramm. Was es angesichts des Auftakts der „Pink in the Rink“-Wochen tatsächlich war. Die Klubs treten damit für den Kampf gegen Krebs ein. Stefan Ustorf etablierte das 2010 als Spieler in Berlin. Mittlerweile ist er Sportchef in Nürnberg. Vergangenheit und Gegenwart fanden für ihn an diesem Tag eine perfekte Kombination. Ustorf warf den Puck gemeinsam mit seiner Frau Jody sogar zum Ehrenbully ein.

Eisbären Berlin freuen sich über Hattrick von Ronning

Und freute sich über den kuriosen Treffer von Evan Barrett (12.). Vorher und nachher gaben die Eisbären die Richtung an. Ihr Spiel blieb jedoch oft ohne Fluss, war von Fehlern geprägt. Die schnellen Nürnberger nutzten das für gefährliche Angriffe, bei denen Neffin seinen Patzer mehrfach ausbügelte – und sein Team im Spiel hielt. Die Berliner fanden sich deutlich besser zurecht, als Andreas Eder einen Schuss aus schwieriger Position etwas glücklich zum Ausgleich ins Netz setzte (31.).

Fortan gewannen die Eisbären an Sicherheit. Sie schlugen zu, als zwei Franken auf der Strafbank saßen. Ty Ronning brachte den EHC mit 2:1 in Führung (39.). Kurz vor Schluss erhöhte Ronning (56./60.) und sicherte den Berlinern das zweite Wochenende hintereinander mit zwei Siegen. Nürnberg blieb erstmals in dieser Saison ohne Punkte. „Es war nicht perfekt, aber du musst einen Weg finden zu gewinnen“, sagte Trainer Dubois.