Bislang sah alles einfach aus im Finale. Doch ausgerechnet im ersten Spiel, das eine Entscheidung bringen konnte, zeigten die Eisbären Berlin, dass auch sie nicht unantastbar sind. Sie hatten eine Hand bereits am Meisterpokal der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Knapp drei Minuten fehlten noch, ehe die Adler Mannheim sich mit dem 3:3 in die Verlängerung retteten. Und dort sogar ein nächstes Spiel erzwangen.

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Es geht also weiter. Nach dem 3:4 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0, 0:1) in Spiel vier der „Best of seven“-Serie müssen die Hauptstädter am Sonntag in die Kurpfalz reisen und dort einen neuen Anlauf zum Titelgewinn nehmen. Die Aussichten sind auch nach der ersten Heimniederlage überhaupt in diesem Play-off und dem 3:1 in der Endspielserie gegen die Adler sehr gut.
Eisbären Berlin müssen vorerst ohne Kai Wissmann planen
Die Berliner mussten im ersten entscheidenden Duell auf Kapitän Kai Wissmann verzichten. Der hatte in Spiel drei seine bereits zweite Spieldauerstrafe im Finale kassiert und wurde für drei Partien gesperrt. Das brachte Markus Niemeläinen, der zuletzt auf der Tribüne gesessen hatte, zurück ins Team. Wesentlich mehr änderte sich bei den Adlern. Dort zog Coach Dallas Eakins die letzten Register. Er setzte Torhüter Maximilian Franzreb auf die Bank, schickte Johan Mattsson aufs Eis. Auch in Abwehr und Angriff wechselte er Spieler aus.
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Zeigte Mannheim nun noch mal ein Lebenszeichen in dieser Serie? Bislang war alles eine sehr eindeutige Angelegenheit gewesen. Drei Siege mit jeweils vier Toren Unterschied (7:3, 5:1, 5:1) gelangen der Mannschaft von Trainer Serge Aubin. Eine unglaubliche Mentalität zeigten die Berliner, eine unfassbare Leistungsbereitschaft. Sie gönnten dem Gegner keine Erholung mit ihrem hartnäckigen Forechecking. Aber sie arbeiteten ebenso aufopferungsvoll nach hinten.
Mannheim versuchte noch einmal alles, drängte in Spiel vier gleich nach vorn. Die Kurpfälzer gingen hart auf den Körper, schossen viel. Es schien, als würden die Eisbären sie ein Stück weit gewähren lassen. In der Hoffnung auf schnellen Verschleiß. So entwickelte sich erneut ein stetes Hin und Her mit wenig Ruhephasen. Allerdings ohne die ganz großen Chancen. Marcel Noebels hatte aus Nahdistanz noch die beste (19.).

Wenig später allerdings zog Lester Lancaster in Überzahl ab und traf zum 1:0 (23.). Das trieb die Mannheimer noch einmal an. Im Angesicht des Scheiterns kämpften sie verzweifelt. Eine dabei entstehende Kontermöglichkeit nutzte Liam Kirk zunächst zum 2:0 (28.). In Unterzahl aber kassierte der EHC schnell den Anschluss durch Nicolas Mattinen (32.). Der Druck im Spiel blieb also hoch, Mannheim suchte die Abschlüsse. Doch Torhüter Jonas Stettmer präsentierte seine starke Form.
Eisbären Berlin liegen zwischenzeitlich zweimal mit zwei Toren vorn
Dennoch war der letzte Abschnitt nicht einfach. Die Berliner mussten aufpassen. Erst als Markus Vikingstad viel freien Raum vor sich hatte und mit der Rückhand zum 3:1 traf (47.), entspannte sich das Publikum ein wenig. Die Gesänge wurden lauter, je weiter die Zeit ablief. Allerdings brachte eine erneute Strafzeit den Anschluss durch Zach Solow (54.). Die Intensität zog noch einmal an, Hektik verbreitete sich. Und tatsächlich kam Mannheim kurz vor Schluss durch Alexander Ehl nach einem Gewühl vor Stettmer zum 3:3 (57.).
Es ging also in die Verlängerung, die ebenso verbissen geführt wurde wie die 60 Minuten zuvor. Die Eisbären erarbeiteten sich dabei leichte Vorteile, kamen öfter vor das Tor des Gegners und durch Manuel Wiederer zu einem Pfostentreffer (78.). Doch die Erlösung blieb aus. Stattdessen traf Luke Esposito im Nachsetzen in der 84. Minute und führte die Finalserie in eine weitere Partie.





