Um die Mannheimer Arena herum hingen am Dienstag viele Plakate in den Zäunen. Keine Choreografie diesmal, sondern pures Aufmuntern. Kämpferische Parolen, Appelle. Oder auch ein schriftlich fixiertes Flehen der Fans, dass die Adler in Spiel drei des Finales gegen die Eisbären Berlin endlich loslegen. Der Wille war dem Team nicht abzusprechen. Allerdings ließ der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey Liga (DEL) das nicht zu.

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Die Berliner setzten sich in der „Best of seven“-Serie zum dritten Mal in Folge durch. Nach dem 5:1 (1:1, 2:0, 2:0) steht es nun 3:0. Damit können die Eisbären am Donnerstag in der heimischen Uber Arena (19.30 Uhr, MagentaSport) schon den nächsten Titel klarmachen. Der EHC ist jetzt ganz nah dran, als erster Klub der DEL das zweite Triple zu vollenden. „Das wird schwer. Aber wir wollen da weitermachen, wo wir aufgehört haben“, sagte Dreifach-Torschütze Eric Mik.

Eisbären Berlin geraten erstmals in Rückstand

Nach den ersten beiden Partien, die die Berliner deutlich mit 7:3 und 5:1 gewonnen hatten, stellte sich eine Frage: Wann kommen die Adler in dieser Serie an? Der Rekordmeister agierte mit viel Dominanz, mit unglaublicher Effizienz. Den Eisbären gelang fast alles. Mannheim dagegen fand nicht zu seinen Leistungen aus der Hauptrunde, in der die Kurpfälzer so konstant waren. Das mündete darin, dass die Berliner mittlerweile zehn Play-off-Spiele in Folge gegen die Adler gewinnen konnten.

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Das dritte Aufeinandertreffen in der Finalserie war daher bereits ein sehr wichtiges. Denn mit einem weiteren Sieg konnten die Hauptstädter eine Hand gewissermaßen bereits an die Trophäe legen. Deshalb wollten sie ihr Spiel noch einmal optimieren. „Wir haben trotz allem noch Fehler gemacht und ihnen Konter erlaubt. Das wollen wir ändern“, sagte Trainer Serge Aubin, der keine Veränderungen vornahm. Das tat auch sein Gegenüber Dallas Eakins nicht.

Kapitän Wissmann kassiert erneut Spieldauerstrafe

Dabei hätte der Coach der Adler einige Möglichkeiten gehabt. Mancher hätte auch personelle Wechsel erwartet, um so etwas wie eine Initialzündung einzuleiten. Doch wie schon in der ganzen Saison vertraute Eakins auf seine eingespielten Formationen. Obwohl es für sein Team eine bedeutsame Partie war. In der die Eisbären für den Schub der Gastgeber sorgten. Denn Kapitän Kai Wissmann musste nach nur 21 Sekunden wegen eines Checks gegen den Kopf von Maximilian Heim mit einer Spieldauerstrafe vom Eis.

Bereits im ersten Spiel in Mannheim musste Wissmann vorzeitig in die Kabine. Diesmal fuhr er allerdings mehr an Heim vorbei, ohne ihn richtig zu checken. Die Adler nutzten die Strafzeit, Marc Michaelis traf (3.). Die Berliner lagen erstmals in der Finalserie hinten. Doch das machte ihnen nichts aus. Sie sortierten sich, nahmen ihr Spiel auf. Mit viel Druck auf die Gegenspieler verlagerten sie das Geschehen nach vorn. Nach einem starken Forecheck kam Mik in Schussposition und glich aus (11.).

Eisbären Berlin mit vier Toren von Verteidigern

Zwar konnten die Eisbären die Konter des Gegners nicht wie gewünscht minimieren. „Wir waren für meinen Geschmack etwas zu offen“, so Mik. Jonas Stettmer im Tor musste einige Male retten. Insgesamt aber spielten die Berliner abgeklärt. Die große Aufregung in der SAP Arena legte sich mit dem 2:1 durch Lester Lancaster (25.). Wie gewohnt kontrollierten die Hauptstädter alles überwiegend gut. Sie leisteten sich nur wenige Fehler, die dann Stettmer korrigierte. Andererseits brachten sie die Defensive der Herausforderer immer wieder durcheinander – mit ihrem hartnäckigen Pressing, mit ihren starken Kombinationen.

Daraus ergab sich auch das 3:1 erneut durch Eric Mik (39.), das dritte Verteidiger-Tor des Abends bei den Berlinern. Mik traf sogar noch einmal (51.) und markierte den ersten DEL-Final-Hattrick eines Abwehrspielers. „Ich freue mich mehr über den Sieg“, so der Held des Abends. Mit Liam Kirk setzte dann auch noch mal ein Stürmer ein Zeichen mit dem 5:1 (52). Erneut demütigten die Berliner die Adler und peilen nun zu Hause den zwölften Meistertitel an.