Anekdoten ergeben sich über die Jahre einige bei einem Profiklub. Konstanter als Florian Busch lieferte bei den Eisbären Berlin im Verlauf seiner Karriere aber kaum jemand welche. Viele Fans erinnern sich gern an den Wendekreis der Tanker aus Mannheim, die Traktorfahrten als sommerliches Aufbauprogramm. Der „Buschi“ war besonders, als Spieler, ebenso als Mensch. „Was ich nie vergesse: Du warst so voller Leben“, sagte Aufsichtsrats-Vize Peter John Lee am Sonntagnachmittag.

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Er erzählte auch so eine Anekdote. Sie erheiterte die Atmosphäre in der Uber Arena rund um das wichtige Spiel des Titelverteidigers gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Lee erinnerte daran, dass Busch einst nach der Meisterschaft in Köln 2008 in voller Spielermontur nach Berlin zurückflog. Um den Titel ging es gegen die Norddeutschen zwar nicht, aber um den sechsten Platz nach der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Der ist nach dem 1:3 (1:2, 0:1, 0:0) vor den 14.200 Besuchern jetzt nicht mehr sehr realistisch.
Eisbären Berlin mit großer Zeremonie für Ex-Profi Busch
Busch hatte dennoch Spaß an seinem Ehrentag. Weil der einstige Stürmer so viele Weggefährten von früher traf. Inzwischen wohnt er wieder in der bayerischen Heimat. Diesmal aber war der einstige Stürmer in der Halle, da er Hauptfigur einer großen Zeremonie war. Ein Banner mit seiner Rückennummer wurde unter das Dach gezogen, die 26 wird nun nicht mehr vergeben. „Danke für deinen Einsatz und für deine Art“, sagte Lee. Busch, sonst immer fröhlich und gelassen, hatte Tränen der Rührung in den Augen.
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So sah man ihn früher kaum, als Spieler war Busch ein Unikum, ein Typ mit Ecken und Kanten, authentisch. „Es wurde hier zugelassen, es wurde akzeptiert. Wir wissen alle, ich habe auch Schmarrn gemacht, ich war nicht immer der Einfachste. Dafür muss ich danke sagen“, so der 41-Jährige, der von 2002 bis 2020 seine gesamte Profilaufbahn in Berlin verbrachte und 793 Partien (477 Punkte) absolvierte. Seine Nummer ist nun die siebte, die unter der Decke hängt.

Von den Profis, die derzeit für die Eisbären um Erfolge ringen, empfehlen sich perspektivisch auch einige für eine solche Zeremonie. Doch das liegt noch in der Zukunft. Die Gegenwart ist der schwierige Kampf um den direkten Einzug in das Viertelfinale. Um hier in eine gute Position zu kommen, bot die Partie gegen Bremerhaven die beste Chance. Mit einem Sieg wollte der Siebte den angestrebten Platz sechs von den Pinguins übernehmen.
Ein Treffer in Überzahl durch Pföderl reicht nicht
Sportlich hatten beide Klubs zuletzt einige Probleme. Bremerhaven gewann sogar nur eine der vergangenen acht Partien. Doch das merkte man ihnen nicht an. Die Eisbären waren noch nicht ganz im Spiel, da lagen sie bereits zurück. Mit viel Platz konnte Nino Kinder einschieben (2.). Ty Ronning verursachte einen Konter, was C.J. Smith zum 0:2 verwertete (13.). Die Eisbären hatten zwar immer wieder gute Phasen, machten Druck, konnten sich aber abgesehen vom 1:2 durch Leonhard Pföderl (15.) in Überzahl nicht durchsetzen.
Es war offensichtlich nicht genug. Es war ein wichtiges Spiel, aber wir konnten unsere Chancen nicht nutzen.
Serge Aubin, Trainer der Eisbären Berlin
Das Team von Trainer Serge Aubin mühte sich zwar insgesamt, lief gegen die teilweise sehr ruppigen Pinguins aber stetig gegen eine Mauer. „Es war offensichtlich nicht genug. Es war ein wichtiges Spiel, aber wir konnten unsere Chancen nicht nutzen“, so der Coach. Seine Mannschaft spielte ohne Esprit, zeigte sich zu verbissen. Bremerhaven dagegen überzeugte mit starker Defensivarbeit und einem guten Torwartspiel.
Eisbären Berlin nun mit vier Punkten Rückstand
Die vierte Niederlage im vierten Saisonduell gegen die Pinguins konnten die Eisbären letztlich nicht mehr abwenden. „Wir kreieren Chancen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass Bremerhaven fünfmal besser war als wir. Nichtsdestotrotz fahren die mit drei Punkten nach Hause, sind zufrieden. Und wir spielen okay und sind total unzufrieden“, fasste Stürmer Frederik Tiffels den sportlichen Teil des Nachmittags zusammen.
Bei nur noch fünf Spielen bis zum Ende der Hauptrunde und schweren Gegnern steigt angesichts von jetzt vier Punkten Rückstand auf die Pinguins die Wahrscheinlichkeit, dass der Meister in das Pre-Play-off muss. Das kennt auch Florian Busch aus seiner aktiven Zeit. Fünfmal stand er mit den Eisbären in der ersten K.-o.-Runde. Dreimal war dort sogar Endstation. Bei sieben Meistertiteln für den „Buschi“ fällt das aber kaum ins Gewicht.





