Die Watte in der Nase verhieß nichts Gutes. Kaum war Jean-Sébastien Dea zurück, war man fast wieder angehalten, um seine Gesundheit zu bangen. Schließlich bilden körperliche Anfälligkeiten bei den Eisbären Berlin in dieser Saison einen unschönen Standard. Doch der Kanadier beschrieb es als Vorsichtsmaßnahme, als vielleicht sogar pfiffiges Accessoire: „Damit sehe ich doch besser aus. Oder?“

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Die gute Laune konnte sich der Stürmer leisten. Er hatte sein erst fünftes Spiel für den Meister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ohne größere Schäden überstanden, dazu bei seiner Rückkehr gleich zwei Scorerpunkte gesammelt und durfte sich zudem über den Sieg freuen. Mit 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) bezwang der Titelverteidiger vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Uber Arena die Schwenninger Wild Wings.
Eisbären Berlin mit zweitem Saisonspiel ohne Gegentor
Zum erst zweiten Mal in dieser Saison blieben die Berliner ohne Gegentreffer, was den Trainer erkennbar freute. „Wir haben über 60 Minuten gut gespielt. Darüber haben wir viel gesprochen zuletzt“, sagte Serge Aubin. Diesmal setzte sein Team die Vorgaben um, lieferte offensiv wie defensiv über die gesamte Partie gute Arbeit ab und stellte das erfolgreiche Ende des Nachmittags zu keiner Zeit infrage.
Für die Eisbären könnte diese Partie durchaus der Auftakt zu einer Phase werden, in der viele Dinge etwas leichter fallen. Denn im zweiten Spiel nach der Halbzeit in der Hauptrunde mischte in Dea einer der Langzeitverletzten wieder mit. Etwas unverhofft, denn Mitte der Woche hatte der Coach einen Einsatz des Kanadiers für dieses Wochenende noch nicht in Aussicht gestellt. Andererseits zeigt die schnellere Einbindung Deas, wie sehr Aubin sich nach Optionen sehnt.
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Nach und nach könnten nun weitere folgen, mit Markus Niemeläinen, der ebenfalls wieder vermehrt trainiert. Oder mit Korbinian Geibel. Bald auch mit Ty Ronning und Kai Wissmann. Das würde sich deutlich auf das Spiel des Tabellensechsten auswirken und sollte dazu beitragen, die störenden Schwankungen in den Auftritten zu beseitigen. „Da erhalten wir auf jeden Fall gute Hilfe“, so Verteidiger Jonas Müller. Der Effekt von Dea gegen Schwenningen gab diesbezüglich schon einmal eine deutliche Idee.
Berliner zeigen gutes Forechecking
Generell zeigten die Berliner nach einer mäßigen Darbietung am Freitag in Straubing (3:5) diesmal eine konzentriertere Leistung. „Das war eine gute Antwort“, so der Trainer. Mit hartnäckigem Forechecking hinderten die Eisbären die Schwarzwälder an der Entfaltung. „Wir müssen aggressiv sein“, sagte Dea zur Spielweise des EHC, der sich damit selbst eine Reihe von guten Offensivaktionen eröffnete. Jonas Müller (6.) und Lean Bergmann (9.) scheiterten zwar noch. Doch Liam Kirk traf in Überzahl nach einem Pass von Dea zur Führung (18.).
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Zwar verstärkten die von EHC-Legende Steve Walker trainierten Gäste anschließend ihren Vorwärtsdrang noch einmal. Schwenningen als Neunter verlor zuvor drei Partien in Folge, treibt ebenso wie die Berliner mit einigem Hin und Her in den Resultaten durch die Saison und sucht Stabilität. Allerdings ergaben sich gegen die Eisbären dabei keine Ansatzpunkte. Denn der Meister orientierte sich konsequent nach vorn und profitierte dabei von Deas Übersicht. Auch das 2:0 durch Yannick Veilleux legte er auf (37.).
Dea mit gutem Einstand bei den Eisbären Berlin nach Pause
Zu diesem Zeitpunkt hatte Trainer Aubin seinen Landsmann längst aus der vierten Reihe, in der er nach sechs Wochen Pause aufgrund von Adduktorenproblemen startete, wieder in die dritte Formation befördert, um das Spiel der Berliner mit mehr Eiszeit noch positiver zu beeinflussen. „Er hat uns einen großen Schub gegeben“, sagte Aubin. Diesmal aber taten sich viele Kollegen hervor, mit hoher Intensität und ohne Aussetzer brachten die Eisbären den Puck immer wieder vor das Tor des Gegners.
Dabei hätte der Sieg durchaus höher ausfallen müssen. Angesichts der sehr zielgerichteten Spielweise über die gesamte Partie hinweg mochte dieses Manko aber niemand zu hoch bewerten. Zumal die Solidität sich auch auf die Darbietung vor dem eigenen Tor bezog. Zufriedenheit stellte sich allerdings nur für den Moment ein. Den Blick nach vorn verband Kapitän Müller gleich mit Forderungen: „Wir brauchen nicht nur ein gutes Spiel, sondern müssen im nächsten daran anknüpfen.“
Da Jean-Sébastien Dea die Watte später wieder aus der Nase nehmen konnte und auch sonst sehr fidel war nach seinem Comeback, sollte der Schub für das Team noch etwa andauern.





