Ob die Zeremonie nun stattfinden würde, darüber musste an diesem Abend nicht lange gerätselt werden. Die Organisatoren hatten viel Zeit, die Abläufe noch einmal durchzugehen, damit alles perfekt läuft zur Krönung der Eisbären Berlin. Deren Profis konnten die Handschuhe, Schläger und Helme zwar erst mit der Schlusssirene im hohen Bogen wegwerfen und sich in riesiger Jubeltraube ekstatisch übereinander türmen. Sie hatten aber viel früher alles klar gemacht und dem Klub den elften Meistertitel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gesichert.

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Als die Anspannung sich endlich löste, kannte die Euphorie keine Grenzen mehr. Auf dem Eis, wo die Spieler erst durch die Gegend sprangen und später den Meisterpokal in die Höhe reckten. Auf den Rängen der ausverkauften Uber Arena (14.200 Besucher), wo die Fans erstmals seit 2013 wieder einen Titelgewinn in der eigenen Halle mit dem Team feiern konnten. Damals bezwang man die Kölner Haie, auch diesmal waren die Rheinländer das Team, das die Berliner im Finale schlugen.
Eisbären Berlin gewinnen dreimal in Folge 7:0 gegen Köln
Mit 7:0 (4:0, 2:0, 1:0) setzte sich der Titelverteidiger im fünften Spiel der Finalserie durch, es war der vierte Sieg für die Berliner, der gleichzeitig die Saison in der DEL beendete. „Das mal zu Hause zu erleben, ist doch das Allerbeste“, sagte Klubchef Thomas Bothstede, der den vierten Titel in den vergangenen fünf Jahren bejubelte. 2021 gelang der entscheidende Sieg zwar ebenso daheim, wegen der Corona-Pandemie waren jedoch keine Zuschauer zugelassen. 2022 und 2024 gewann man jeweils auswärts.
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Nun also konnten die Berliner wieder zu Hause feiern, einige Fans in der Stehplatzkurve hatte sich dabei schon früh der Oberbekleidung entledigt. Nicht nur in Erwartung der späteren Konfetti-Arie, sondern auch entzückt vom Eishockeyfest, mit dem das Team die Wartezeit verkürzte. Nach nur zwölf Minuten führte der EHC bereits mit 4:0. Zach Boychuk (3.), Gabriel Fontaine (4.), Ty Ronning (8.) und Marcel Noebels hatten für das Team von Trainer Serge Aubin getroffen.
DEL-Rekord: Eisbären gewinnen zwölfte Play-off-Serie hintereinander
Wie vieles andere stand da bereits fest, dass die Berliner ihre zwölfte Play-off-Serie in Folge gewinnen würden: ein DEL-Rekord. Im Finale gegen die Haie krönten die Eisbären eine Play-off-Leistung, die sicher ihresgleichen sucht, die außergewöhnlich war. Mitleiderregend war das, was den Kölnern widerfuhr in den letzten drei Partien. Völlig hilflos mussten sie sich den Berlinern ergeben. Nie zuvor in der DEL gab es einen solchen Klassenunterschied in der Endspielserie.

Während es Straubing im Viertelfinale noch gelang, die Eisbären tatsächlich herauszufordern, wirkten die folgenden Kontrahenten eher wie Statisten. Zwar konnten auch die Niederbayern nur eine Partie gewinnen – seit sieben Serien gönnen die Berliner ihren Gegnern nun bereits nicht mehr als einen Sieg –, doch sie zwangen den EHC zu einigen Anpassungen.
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Sich damit zu arrangieren und mehr aus einer defensiven Position heraus zu spielen, fiel dem Team von Aubin aber nicht schwer. So wurden die Straubinger mit starker Abwehrarbeit und brutaler Effizienz in die Knie gezwungen. Gegen Mannheim im Halbfinale stabilisierten die Eisbären sich weiter in der Defensive, agierten aber insgesamt wieder offensiver, weil die Adler sie nicht genug beschäftigen konnten. Vier Gegentore in vier Spielen ließen die Berliner nur zu.
Eisbären Berlin lassen die Kölner Haie ohnmächtig wirken
Gegen Köln waren es nun im Finale in fünf Spielen lediglich drei Treffer, die Jake Hildebrand hinnehmen musste. Drei Shutouts in Folge gelangen dem herausragenden Goalie. Noch deutlicher trat die Offensivkraft der Berliner hervor, die den Gegner fast immer beherrschten. Ohnmächtig wirkten die Haie angesichts der Überlegenheit, die sich aus den vielen individuellen Vorteilen der Berliner in eine mannschaftliche Dominanz übertrug. Trotz einiger Ausfälle von wichtigen Spielern wie Kapitän Kai Wissmann.
Dafür mit nie nachlassender Effizienz, mit riesiger Gier nach Erfolg, mit Abgebrühtheit, mit großem Zusammenhalt, mit unheimlich viel Talent. Das führte zu einem klaren Resultat: 5:1, 1:2 n.V., 7:0 und 7:0 gewannen die Berliner. In Spiel fünf trafen Yannick Veilleux (24.), Boychuk (30.) und Frederik Tiffels (54.) noch zum 7:0. Dann erlöste die Schlusssirene die Kölner Haie aus einem fürchterlichen Alptraum und ließ die große Meisterparty unter tosendem Jubel beginnen. Bis tief in die Nacht dauerte sie.





