Manch einer mag ihn vergangene Woche vermisst haben. Denn das Finale in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ohne Bernd Römer im Vorprogramm der Eisbären Berlin fühlt sich irgendwie falsch an. Fast immer, wenn es ums Ganze geht, bringt der Gitarrist von Karat die Nationalhymne virtuos zum instrumentellen Vortrag. Beim Auftakt gegen die Kölner Haie fehlte er jedoch aus terminlichen Gründen.

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Am Ostermontag aber war alles, wie es sein soll. Der 72-Jährige drehte den Verstärker auf, rockte die voll besetzte Uber Arena (14.200 Zuschauer) und setzte damit den richtigen Ton für Spiel drei der „Best of seven“-Serie des Titelverteidigers gegen die Rheinländer. Die Berliner ließen es ebenfalls krachen beim 7:0 (2:0, 3:0, 2:0), garnierten ihre Vorstellung mit einigen Rekorden und führen im Duell mit den Haien nun 2:1. Mittwoch geht es in Köln weiter.
Eisbären Berlin müssen ohne Kapitän Wissmann auskommen
Dorthin will Trainer Serge Aubin die Leistung vom Montag gern mitnehmen. „Wir haben 60 Minuten sehr solide gespielt, haben uns bewegt und alles ernst genommen. Alle hatten Spaß“, sagte er. Sein Gegenüber Kari Jalonen erkannte den Auftritt der Berliner derweil respektvoll an. „Sie waren exzellent heute. Wir haben dagegen viele dumme und unnötige Strafen genommen“, so der Finne.
Für die Berliner war die Partie mit einigen Veränderungen verbunden. Manche davon musste Trainer Serge Aubin vornehmen, weil Kapitän Kai Wissmann nach einem Stockschlag zwei Tage zuvor in Köln verletzt aussetzte. Damit wird es langsam eng in der Defensive des Hauptrundenzweiten, dem auch Markus Niemeläinen in der Abwehr fehlt. Deshalb rückte der 20-jährige Norwin Panocha zum sechsten Verteidiger auf und spielte mehr als sonst.
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Andere Anpassungen wählte Aubin, weil ihm nach dem souveränen Start in die Serie (5:1) in Spiel zwei bei den Haien (1:2 n.V.) einiges nicht gefallen hatte. Es mangelte an Intensität in den Zweikämpfen, an Biss. Deshalb stellte der Kanadier anfangs alle Sturmreihen um. Als kleinen Weckruf gewissermaßen, wie er es oft tut während einer Saison. Meist mit dem gewünschten Resultat. So auch diesmal.
Eisbären-Stürmer Ronning und Pföderl setzen besondere Marken in der DEL
Als die Fans ihre nächste Play-off-Choreografie – „Zeit für ein neues Kapitel - Auf zum 11. Titel“ lautete das Motto und wurde in Form eines riesigen Buches präsentiert – gleich zu Beginn der Partie zelebrierten, zeigte die Mannschaft bereits, in welche Richtung es diesmal laufen sollte. Mit viel Schwung kamen die Eisbären nach der erst zweiten Niederlage in diesem Play-off aus der Kabine und bestimmten das Spiel. Sie suchten die Zweikämpfe, setzten nach und eroberten die Pucks.
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Gleich das erste Überzahlspiel nutzte Leonhard Pföderl zur Führung (7.). Assistiert wurde ihm dabei von Ty Ronning, der nicht nur im 26. Spiel in Folge punktete, sondern auch im zwölften Play-off-Match hintereinander. Damit übernahm der Angreifer den DEL-Rekord in dieser Kategorie. Dem stand Pföderl keineswegs nach, er traf kurz darauf in Unterzahl zum 2:0 (10.) und erzielte damit sein insgesamt 45. Play-off-Tor in der DEL. Damit zog er mit Rekordhalter Patrick Reimer gleich.
Die Bissigkeit war also wieder da, und sie wirkte sich derart aus, dass die Haie immer mehr ins Schwimmen gerieten. Denn die Berliner ließen nicht nach, erlaubten es dem Gegner nicht, offensiv an diesem Spiel teilzunehmen. Was beachtlich war angesichts der Umstände in der Defensive. Doch die Angreifer spielten nicht nur sehr verantwortungsbewusst, sondern sehr sicher in den Kombinationen, verloren kaum einmal den Puck so, dass daraus eine Gefahr entstehen konnte.
Eisbären brauchen nur 16 Sekunden für zwei Treffer
Stattdessen lieferte Ronning mit dem 3:0 den nächsten Beweis für die Stärke des EHC (22.). Als Pföderl sich in Überzahl zum alleinigen Rekordhalter der DEL bei den Play-off-Treffern krönte (29.), durfte schließlich Kölns Torwart Julius Hudacek in den Feierabend und Ex-Eisbär Tobias Ancicka übernehmen. Der blieb ganze 16 Sekunden ohne Gegentor, ehe Yannick Veilleux das 5:0 (30.) erzielte gegen den Sechsten der Hauptrunde.
Der durfte sich an diesem Abend keine Ambitionen mehr erlauben, erst recht nicht nach dem 6:0 durch Lean Bergmann (42.) und dem 7:0 durch Jonas Müller (57.) Allerdings haben die Kölner in der K.o.-Runde bewiesen, dass selbst hohe Niederlagen nicht groß an ihrem Selbstbewusstsein kratzen. Sie konnten dennoch bis in das Finale vordringen. Das wissen auch die Berliner, die diesen dominanten Erfolg nur als einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Ziel einordnen werden. Mehr allerdings nicht.





