Die jüngsten Tage seien eine Herausforderung gewesen, gibt Stéphane Richer zu. Der Sportdirektor des EHC Eisbären sprach am Mittwoch und Donnerstag noch einmal einzeln mit den Profis, nachdem die Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vergangene Woche im Viertelfinale an Titelverteidiger München gescheitert waren. „Es ist nicht einfach, so einem Typen wie Micki DuPont zu sagen, dass wir uns entschieden haben, einen anderen Weg zu gehen“, so Richer.

DuPont erhält also keinen Vertrag mehr beim Rekordmeister der DEL. Das kommt ein wenig unerwartet, war doch der 38-jährige Kanadier zuletzt vier Jahre lang einer der zuverlässigsten Spieler im Klub und wollte gern bleiben. Es illustriert allerdings, dass die sportliche Leitung um Richer und Geschäftsführer Peter John Lee gewillt ist, die richtigen Schlüsse zu ziehen aus einer Saison, in der Platz neun in der Hauptrunde nicht allein durch Verletzungen zu erklären war und weit hinter den Ansprüchen des Klubs liegt.

Eisbären Berlin: Bislang sind acht Stammspieler weg

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Mit DuPont muss nun der Top-Scorer der Defensive gehen, in Jamie MacQueen der Top-Torschütze, in Colin Smith der zweitbeste deutsche Punktesammler. Dazu hat mach sich entschieden, Stürmer Brendan Ranford und die Verteidiger Danny Richmond sowie Mark Cundari ziehen zu lassen. Mit Angreifer Daniel Fischbuch wird trotz Vertrag nicht mehr geplant. Zusammen mit dem bereits verkündeten Abgang von Jens Baxmann sind damit acht Stammspieler weg, zudem Aushilfskraft Maximilian Adam. „Das heißt aber nicht, dass genauso viele Spieler neu kommen“, sagt Richer. Aufgrund eines Überhangs an Profis, die verletzungsbedingt für die Defensive verpflichtet worden waren, sollte der Kader etwas kleiner werden für die nächste Saison.

Top-Torschütze Jamie MacQueen wird nicht mehr gebraucht beim EHC.
Top-Torschütze Jamie MacQueen wird nicht mehr gebraucht beim EHC.© dpa | Lisa Ducret

Mit den ersten Entscheidungen ist die Basis für einen echten Umbruch gelegt. „Es war klar, dass dieser Sommer sehr wichtig wird“, erzählt Richer und spielt darauf an, dass die Berliner unbedingt wieder ein Team zusammenstellen wollen, das unter die Top 4 kommt. Mit dem Zugang von Nationalspieler Leonhard Pföderl (Nürnberg) ist auch da ein erster Schritt getan. In Fabian Dietz wurde ein Nachwuchsstürmer vom Zweitligisten Weißwasser verpflichtet. Zudem verlängerten die Berliner den Vertrag von Austin Ortega, der nachverpflichtet worden war und sich sehr gut einfügte.

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Auch die jungen Verteidiger Jonas Müller und Kai Wissmann wurden langfristig gebunden.

Gespräche mit Oppenheimer und Poulin

Mit dem langzeitverletzten Stürmer Thomas Oppenheimer wird verhandelt, ebenso wie mit Torhüter Kevin Poulin. Man schaue sich bei den Goalies alle Optionen an, die man habe. Wie sich die Eisbären auf dieser Position aufstellen, hänge wesentlich vom neuen Trainer ab, der diesbezüglich mitreden soll. „In zwei bis drei Wochen“, so Richer, soll der neue Trainer feststehen.

Eines wird kurz nach Saisonende schnell deutlich: Die Eisbären wollen Veränderung. Der Raum dafür ist geschaffen, jetzt muss er nur durch die Verpflichtung starker Spieler genutzt werden.