Eishockey

Für Poulin stehen die Zeichen auf Abschied bei den Eisbären

Der Torwart ist bei den Eisbären trotz guter Statistiken umstritten, die Berliner denken offenbar über eine andere Lösung nach

Kevin Poulin ist ein starker Torhüter, aber die Eisbären überlegen, ob er zu ihnen passt

Kevin Poulin ist ein starker Torhüter, aber die Eisbären überlegen, ob er zu ihnen passt

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Der Sonntag gehörte dem Eishockey. Zwei Spiele wollte sich Peter John Lee anschauen, die letzten beiden Partien des Viertelfinales in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Zeit hatte er genug, die Eisbären Berlin, deren Geschäftsführer er ist, hatten das siebte Spiel in der Serie gegen München nicht erreicht, waren schon in der sechsten Partie in den Urlaub geschickt worden. Deshalb also erst das 3:2 (1:0, 1:1, 1:1) von Köln gegen Ingolstadt im TV, später das 2:1 (1:1, 0:0, 1:0) von Augsburg gegen Düsseldorf. Das führte zu den Halbfinal-Ansetzungen Mannheim gegen Köln und München gegen Augsburg, am Dienstag und Mittwoch starten die ersten Spiele in den „Best of seven“-Serien.

Kurz hatte Lee am Sonntag und auch am Sonnabend nach dem 3:4 zum Saisonabschluss im Büro vorbeigeschaut. Das großes Organisieren steht nun im Mittelpunkt. Für das kommende Wochenende ist das Abschlussfest mit den Fans geplant. Ab Mittwoch trifft Sportdirektor Stéphane Richer die Spieler zu Einzelgesprächen. Vorher unterhält er sich noch mit den Assistenztrainern und auch mit Lee über deren Saisonansichten. Mit dem Klubchef wird nach den Terminen mit den Profis dann über das weitere Vorgehen entschieden.

Jung-Verteidiger Adam wird den Verein verlassen

Ohne weiteres Reden ist die Zukunft von Maximilian Adam geklärt, der 21-jährige Förderlizenz-Verteidiger wird wechseln, wohl nach Wolfsburg. In der Defensive, so die sich durchsetzende Meinung im Klub, sollen die Ausländerpositionen verstärkt werden. Noch völlig unklar dagegen ist, wie es zwischen den Pfosten weitergeht. Nur eines hat sich diesbezüglich bereits herauskristallisiert: Die Variante, ausschließlich auf die beiden jungen deutschen Torhütern Maximilian Franzreb (22) und Marvin Cüpper (25) zu setzen, die bereits für die abgelaufene Saison angedacht war, wird dem Klub zu risikoreich, nachdem Cüpper fast die ganze Spielzeit verletzt verpasst hatte.

Darüber hinaus sind verschiedene Optionen denkbar. Man wolle genau überlegen, so heißt es, was das Beste sei. Ein weiterer deutscher Torhüter wäre eine Möglichkeit, ein neuer ausländischer Goalie. Denn die Chancen für Kevin Poulin scheinen eher schlecht zu stehen. Trotzdem er zu großartigen Leistungen fähig ist, wird intern bemängelt, dass er zu wechselhaft sei. Obwohl er im Play-off die beste Fangquote aller Torhüter mit 93,1 Prozent aufweist, habe in der Viertelfinal-Serie gegen München RB-Torhüter Danny aus den Birken einen entscheidenden Faktor für den Erfolg der Bayern gebildet.

Entscheidungen werden nicht nach Popularität getroffen

Viele Fans wird diese Sichtweise schmerzen, doch die Führungsriege hat offenbar nicht vor, Urteile nach Popularität zu fällen. Selbst der Unmut des Anhangs gegenüber Serge Aubin, einem früheren Weggefährten von Sportdirektor Richer, als möglichem neuen Trainer schreckt die Berliner anscheinend nicht davon ab, diesen im engsten Kandidatenkreis zu führen.

Welche Weichen personell gestellt werden, wollen die Eisbären erst verkünden, wenn die Gespräche mit den Spielern erledigt sind und diese sich in ihren Urlaub verabschiedet haben. Etwa in zwei Wochen sei damit zu rechnen, früher werde auch bezüglich des neuen Trainers nichts Endgültiges kommuniziert werden.