Um sich die derzeitige Lage in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) vor Augen zu führen, bringt man am besten Farbe ins Spiel. Markiert man gewonnene Spiele in Grün und verlorene in Rot, so wird deutlich, dass die DEL-Tabelle zweigeteilt ist. Oben ist sehr viel Grün zu erkennen – die Topteams feiern einen Sieg nach dem anderen. Dagegen herrscht im Tabellenkeller Rot vor.
Zur Deutschland-Cup-Pause ist der Abstand zwischen der Spitze und den Mannschaften auf den hinteren Plätzen bereits beachtlich. Die Eisbären sind gerade noch so im grünen Bereich. Nach ihrem Sieg über Schwenningen stehen die Berliner auf Platz sechs, bei 15 Punkten auf Spitzenreiter Adler Mannheim. Das ist ganz sicher nicht das, was man sich beim Vizemeister vorgestellt hat, geht angesichts der Verletzungsmisere aber in Ordnung.
„Wir können auf jeden Fall besser spielen“
Auch gegen Schwenningen fehlten acht Spieler, so dass Trainer Clément Jodoin nur drei komplette Reihen aufbieten konnte. „Wir sind in dieser Saison mit vielen Widrigkeiten konfrontiert“, sagt er. Immer wieder musste er Rollen neu verteilen. Spielerischen Glanz konnten die Eisbären so nur selten entfalten. „Wir können auf jeden Fall besser spielen“, meint Stürmer Daniel Fischbuch.
Dafür müssen die Berliner in erster Linie das Problem mit den Strafzeiten in den Griff bekommen, das sich durch die gesamte Saison zieht. Zudem wäre es nicht nur für das Selbstvertrauen wichtig, einmal vier oder fünf Spiele am Stück zu gewinnen. „Da müssen wir einfach schauen, dass wir konstanter werden“, so Fischbuch. Zunächst haben die Eisbären eine Woche frei. Zeit, die Akkus aufzuladen, ehe Clément Jodoin seine Mannschaft am 12. November wieder zusammenruft. Bis dahin soll sich die personelle Lage entspannen. Nach der Pause hofft der Coach auf die Rückkehr von „mindestens fünf“ verletzten Spielern. Er freut sich schon: Dann könne man endlich vernünftig trainieren.
Sechs Punkte auf Platz vier fehlen
„Wir werden uns jetzt ordentlich ausruhen und danach mit frischen Kräften wieder angreifen“, sagt Daniel Fischbuch. Trotz der mäßigen Bilanz fehlen nur sechs Punkte auf Platz vier. Die nächsten beiden Partien gegen Krefeld und Augsburg werden deshalb richtungsweisend. Im Spiel gegen Schwenningen fiel zuletzt für eine kurze Zeit die Anzeigetafel aus, erst nach einem Neustart konnte es weitergehen – mit glücklichem Ausgang für die Eisbären. Nach dem Deutschland Cup soll nun auch in der Liga ein solcher Neustart gelingen.


