Es sah fast aus, als würde sich Clément Jodoin ein bisschen unwohl fühlen. „Manchmal verliert man Spiele, die man gewinnen sollte. Manchmal gewinnt man Spiele, die man verlieren sollte“, sagte der Trainer des EHC Eisbären. Seine Mannschaft erlebte in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kurz zuvor die letzte der beiden Varianten, hatte gegen die Adler Mannheim viele Defizite gezeigt, wegen des grandiosen Torhüters Kevin Poulin aber dennoch vor 12.931 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit 4:1 (0:0, 2:0, 2:1) gesiegt.
Dass Spielverlauf und Ergebnis nicht unbedingt zusammenpassen, ergibt sich häufiger im Sport. In einer solchen Diskrepanz wie diesmal aber lässt sich so ein Missverhältnis nur selten erleben. Im Prinzip waren die Eisbären fast immer zu spät dran, körperlich kaum präsent, nicht in der Lage, ein halbwegs anständiges Passspiel aufzuziehen. Die Dramatik dieser Hilflosigkeit war kaum zu fassen. Ohne Pause griffen die Adler an, feuerten aus allen Lagen. Doch einer achtarmigen Krake gleich fing Poulin im Tor alle Schüsse weg.
Zwei Treffer in fünfminütiger Überzahl
Eine Chance mochte man den Eisbären trotz ihres heldenhaften Goalies nicht einräumen, zu überlegen waren die Mannheimer. Ein zu später Check von Brent Raedeke an Daniel Fischbuch, für den er mit einer Spieldauerstrafe vom Eis musste, veränderte aber alles. In der anschließenden fünfminütigen Überzahl trafen erst James Sheppard (34.) und dann Micki DuPont (35.). Das Spiel wurde auf den Kopf gestellt, dank der Powerplay-Effizienz der Berliner, ihrer größten Stärke bisher in dieser Saison.
„Diesen Schwung haben wir mitgenommen“, sagte der Trainer. Das machte die Eisbären sicherer, obwohl Mannheim durch Matthias Plachta zunächst verkürzte (45.). Für Poulin war es nach 129 Minuten der erste Gegentreffer. Für die Adler war er kein Signal zum Aufbruch. Stattdessen gewannen die Berliner ein Spiel, in dem sie lange Mitleid erregten, noch unerhört hoch, weil Jamie MacQueen (48.) und Brandon Ranford (49.) das Resultat auf 4:1 schraubten.


