Start in die Vorbereitung

Eisbären setzen auf Konstanz und Jugend

Nachdem am Mittwoch die letzten Tests absolviert sind, beginnen die Eisbären mit der Vorbereitung auf die neue DEL-Saison.

Brendan Ranford spielte schon einmal für Colorado Avalanche in der NHL

Brendan Ranford spielte schon einmal für Colorado Avalanche in der NHL

Foto: dpa Picture-Alliance / Jack Dempsey / picture alliance/AP Images

Der Sommer erreicht gerade seinen Höhepunkt, die Temperaturen lassen alle ächzen. Doch da sind ein paar Leute, die den nächsten Tagen mit einer gewissen Gelassenheit entgegenblicken. Stéphane Richer etwa, der weiß nämlich, dass er viel Zeit damit verbringen wird, im angenehm kühlen Wellblechpalast in Hohenschönhausen zu sitzen. Am Donnerstagvormittag kommen die Profis des EHC Eisbären zur ersten gemeinsamen Trainingseinheit zusammen und steigen in die Vorbereitung auf die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ein. Richer wird beobachten, in welchem Zustand die Spieler ihre Sommerpause beendet haben. Wie sich die neuen Profis einfügen.

Letzteres beschert ihm wenig Aufwand, bezüglich der Transfers war der Sportdirektor der Berliner nicht gerade hyperaktiv. Fünf Spieler gingen, nur drei neue sind gekommen. „Es war ein ruhiger Sommer, ein entspanntes Arbeiten“, sagt der Kanadier. Was ganz im Gegensatz steht zum vergangenen Jahr. Da hatten die Berliner groß durchgesiebt mit acht Neuen. Mit dem zweiten Platz in der Hauptrunde und der Finalniederlage gegen München bot die vergangene Spielzeit dann viel Schönes. „Da ist alles super gelaufen. Jetzt haben wir eine gute Basis“, so Richer. Es wurde nur punktuell angepasst, den Notwendigkeiten entsprechend, welche sich in der Saisonanalyse ergeben haben.

Lediglich drei neue Spieler wurden geholt

Maßgeblich begleitet wurde diese Rückschau von Clément Jodoin, der als Co-Trainer das Amt des Cheftrainers von Uwe Krupp übernommen hat, und seinem neuen Assistenten Gerry Fleming. Im Ergebnis kam mit Mark Cundari (28) aus Augsburg ein kanadischer Verteidiger, der sich auf das Überzahlspiel versteht. Dazu holte Richer die Stürmer Brendan Ranford (26) und Colin Smith (25). Für ihr Alter haben sich die beiden Kanadier in der AHL, der zweiten Liga in Nordamerika, schon gut verkauft, bringen es auf bessere Zahlen als Sean Backman in vergleichbaren Jahren, der in Berlin vorige Saison so stark einschlug.

„Sie sind offensiv gut, und sie haben als junge Spieler noch Raum zur Entwicklung“, sagt Richer und glaubt, dass die beiden davon profitieren werden, dass sie im Nachwuchs schon einige Zeit zusammengespielt haben. Die Erwartung an sie ist, dass sie gemeinsam die Punkteproduktion von DEL-Topscorer Nicholas Petersen auffangen, der die Berliner verlassen hat (nach Klagenfurt).

Noebels wohl vor Sprung in die NHL, Kettemer soll nach Berlin

Doch etwas Bewegung könnte überraschend doch noch in den Kader kommen. So wird etwa Stürmer Marcel Noebels, der noch vier Jahre Vertrag hat, plötzlich mit der NHL in Verbindung gebracht, Boston soll den Nationalspieler ködern. Zudem steht aufgrund von Verletzungsproblemen in der Abwehr wohl der Münchner Verteidiger Florian Kettemer vor dem Sprung nach Berlin.

Im Sommer blickte der Sportdirektor aber nicht nur auf die kommende Spielzeit, er schaute auch auf die nächsten Jahre. Er verpflichtete einige junge Spieler, die in der zweiten Liga in Weißwasser auflaufen sollen, aber auch für den EHC spielberechtigt sind. „Wir investieren in die Zukunft und arbeiten so an unserer Kadertiefe“, erzählt Richer. Einer dieser Spieler ist Jake Ustorf (20), der Sohn des langjährigen Eisbären-Kapitäns Stefan Ustorf, der jetzt als Leiter für Spielerentwicklung fungiert. „Er geht in seine erste Profi-Saison, im Training bei uns hat er einen guten Eindruck hinterlassen. Er hat eine Chance, es in die DEL zu schaffen“, so Richer.

Champions League beginnt schon Ende August

Die unmittelbare Zukunft beginnt für die Berliner im Tor, wo Marvin Cüpper (24) im Verbund mit Maximilian Franzreb (21) die Nachfolge von Petri Vehanen antreten wird. Die jungen Torhüter trainieren schon länger wieder, haben auch die medizinischen Tests und die Fitnesstests absolviert. Der körperliche Zustand der ausländischen Profis wird am Mittwoch überprüft. Einen Tag später geht es dann los im kühlen Wellblechpalast, die Eisbären kehren auf das Eis zurück und bringen sich in Form für die Champions League, die am 31. August beginnt, und die DEL, die am 14. September startet.

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