Manchmal genügt eine einzige Szene, um ein Eishockeyspiel zusammenzufassen. Die Partie der Eisbären Berlin gegen die Adler Mannheim war am Sonntag so ein Spiel. Das Endergebnis von 6:3 (2:1, 0:0, 4:2) sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es lange Zeit eine Begegnung auf Messers Schneide war, was in der 30. Minute darin gipfelte, dass sich die Schiedsrichter minutenlang zum Videobeweis zurückzogen und niemand in der Arena eine Prognose wagte, wie sie sich entscheiden würden. Mannheims Luke Adam hatte an Torwart Petri Vehanen vorbei auf das Tor der Eisbären geschossen, der Puck hatte auch die Torlinie überquert – die Frage war, ob mit vollem Umfang, ehe EHC-Verteidiger Micki Dupont ihn wieder herausfischen konnte.
Mehr als eine Fingerbreite hat nicht gefehlt
Nach langer Bedenkzeit entschieden die Unparteiischen auf „kein Tor“, aber mehr als eine Fingerbreite hatte wirklich nicht gefehlt. Glück für die Eisbären also, die gegen die Adler auch insgesamt das bessere Ende für sich hatten. Zum Schluss spielten die Berliner wie entfesselt und schossen den ewigen Rivalen regelrecht aus der Halle.
Vor 10.861 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena entwickelte sich von Beginn an eine rassige Partie, die alles bot, was ein Eishockeyspiel ausmacht. Das erste Tor machten die Gäste: Chad Kolarik traf durch die Beine von EHC-Verteidiger Kai Wissmann zum 0:1 (6.). Nur zehn Sekunden später vergab Mark Olver einen Penaltyschuss zum möglichen Ausgleich. Für die Tore sorgte dann wieder einmal die erste Sturmreihe der Eisbären. Erst gelang James Sheppard das 1:1 (9.), kurz darauf brachte Topscorer Sean Backman die Berliner mit einem Treffer in Überzahl in Front (12.).
Doppelschlag von Petersen entscheidet
Doch Mannheim blieb gefährlich, vor allem im Powerplay. Sinan Akdag traf in der 29. Minute aber nur den Pfosten, kurz darauf hatte Luke Adam seine Riesenchance zum Ausgleich. Auch nach dem 3:1 erneut durch Backman (42.) – dem 16. Saisontreffer für den besten Torschützen der DEL –, war das Spiel noch nicht entschieden, denn Phil Hungerecker konnte nur eine Minute später wieder verkürzen.
Doch ein Doppelschlag von Nick Petersen (44./49.) sowie ein weiteres Tor durch Jamie Macqueen (52.) brachten die Entscheidung. Mannheim hatte dem Angriffswirbel des EHC am Ende nichts mehr entgegenzusetzen.


