Eishockey

Aubry ist der nächste Neue bei den Eisbären

Der zweite neue Spieler binnen weniger Tage: Die Eisbären legen kräftig nach und wollen die Saison in der DEL offenbar noch nicht abhaken.

Louis-Marc Aubry im Testspiel für Detroit

Louis-Marc Aubry im Testspiel für Detroit

Foto: imago sport / imago/Icon SMI

Berlin.  Das Tempo der Ereignisse in den vergangenen Tagen lag ziemlich hoch bei den Eisbären. Erst kam am Montagabend die Nachricht, dass mit Charles Linglet ein neuer Außenstürmer verpflichtet wurde. Am Donnerstagnachmittag unterzeichneten die Berliner nun auch einen Kontrakt mit Louis-Marc Aubry. Sehr deutlich zeigen die Eisbären damit, dass sie die Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) trotz langer Misere nicht einfach abschreiben wollen.

Zwar hatte man einen Angreifer mit NHL-Erfahrung erwartet, doch mit Aubry kommt jemand nach Berlin, der immerhin schon einen Titel gewonnen hat. Der 25-jährige Kanadier wurde in der AHL, der zweiten Liga in Nordamerika, mit den Grand Rapids Griffins 2013 Meister. Bei den Amerikanern verbrachte der Mittelstürmer seine bisherige Profikarriere fast komplett.

Bislang kein Torjäger

Grand Rapids ist das Ausbildungsteam der Detroit Red Wings aus der NHL, von denen Aubry einst gedraftet worden ist. „Louis-Marc Aubry haben wir vor allem aufgrund der ungewissen Ausfalldauer von Julian Talbot verpflichtet. Sein Vertrag läuft bis Saisonende“, sagt Stefan Ustorf, der Sportliche Leiter der Eisbären.

Möglicherweise ist Aubry ein Spieler mit Potenzial, als Torjäger fiel er allerdings bislang nicht auf, und bietet sich an, den Platz von Talbot (Rückenprobleme), dessen Vertrag ausläuft, längerfristig zu übernehmen. Sieben Spiele in der Hauptrunde und ein Play-off von ungewisser Dauer bleiben ihm, um die Verantwortlichen zu überzeugen.

In Augsburg auf dem Eis

Zunächst bietet er auf jeden Fall die Chance, Lücken zu füllen, von denen die Eisbären in dieser Saison reichlich hatten. Am Freitagfrüh landet der Kanadier in München, geht mit den Dokumenten alles glatt, soll er am Abend in Augsburg bereits spielen (19.30 Uhr).

Ganz so dünn ist der Kader damit gar nicht mehr besetzt. Bruno Gervais kehrte bereits gegen Schwenningen (1:0) in die Abwehr zurück. Nun folgen Verteidiger Jonas Müller (Thrombose) und Stürmer Darin Olver (Innenband-Teilanriss). Allerdings ist die Ellenbogenverletzung bei Micki DuPont schwerer als angenommen. Der Abwehrspieler fällt für etwa vier Wochen aus. Es braucht also Glück, damit die Saison für ihn nicht bereits beendet ist.

Noch sechs Verletzte

Sechs Verletzte zählt das Team von Trainer Uwe Krupp derzeit immer noch. Vier davon sind Ausländer, die Gefahr, dass demnächst ein oder zwei Spieler auf der Tribüne sitzen müssen, erscheint demnach gering. Schließlich dürfen nur neun Ausländer in der DEL eingesetzt werden, Linglet und Aubry sind die Ausländer Nummer zehn und elf.

Zuletzt gaben die Berliner in der Saison 2012/13 alle ihre Lizenzen aus. Auch damals musste am Ende niemand zuschauen, denn Daniel Briere und Claude Giroux blieben nur während des Lockouts in der NHL in Berlin. Die Situation der Eisbären war da allerdings um einiges komfortabler als jetzt.

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