Der an einer Depression erkrankte Eishockey-Nationalspieler Constantin Braun hat am Dienstag wieder Eis betreten. Der Verteidiger der Eisbären Berlin hat im Rahmen seiner Therapie nach längerer Pause wieder am Mannschafts-Training teilgenommen.
„Es hat großen Spaß gemacht, wieder auf dem Eis zu stehen“, sagte Braun im Anschluss an die 90 Trainingsminuten im Hohenschönhauser Wellblechpalast. „Es ist ein gutes Gefühl, wieder bei der Mannschaft und in Berlin zu sein“, fügte er hinzu: „Das ist aber nur ein weiterer logischer Schritt in meiner Behandlung.“
Wann der Verteidiger des Rekordmeisters der Deutschen Eishockey Liga DEL in den Spielbetrieb einsteigen kann, ist weiterhin offen. „Es gibt keinen Zeitplan für die Rückkehr von Constantin ins aktiven Spielgeschehen“, sagte Berlins Manager Peter John Lee, der keinerlei Druck auf den 25-Jährigen ausüben möchte.
„Es kann jeden treffen“
Braun selbst hofft aber, sein Comeback noch in dieser Saison geben zu können. „Ich bin konditionell recht gut aufgestellt“, meint der Spieler, der sich während seines Klinikaufenthalts außerhalb von Berlin fit gehalten hat. „Für mich geht es jetzt darum, wieder in den Lebens- und Arbeitsalltag hineinzufinden. Mein Ziel bleibt es trotzdem, so schnell wie möglich wieder spielen zu können“, betonte er.
Braun, der seit seinem 16. Lebensjahr für die Eisbären spielt, hatte Anfang August 2013 verkündet, unter akuten Depressionen zu leiden und daher eine unbefristete Auszeit vom Leistungssport zu nehmen. Die Eisbären hatten damals die Öffentlichkeit auf einer Pressekonferenz über die Erkrankung Brauns informiert.
Depression ist eine psychische Erkrankung, die unter anderem durch Antriebslosigkeit, tiefe Trauer, Niedergeschlagenheit bis hin zum Gefühl der absoluten Sinn- und Hilflosigkeit gekennzeichnet ist. „Jeder fünfte Deutsche hat schon einmal in seinem Leben eine depressive Phase erlebt. Es ist ein gesellschaftliches Problem und kommt im Sport genauso häufig vor wie bei Künstlern oder anderen Berufen“, hatte der frühere Eishockey-Torwart Markus Flemming erklärt, der für die Eisbären als Sport-Psychologe tätig ist: „Es kann jeden von uns treffen.“



