Der Sonntag war ein freier Tag für die Profis des EHC Eisbären. Im Dezember ist das recht ungewöhnlich bei einem Eishockey-Klub, es wird viel gespielt zu dieser Zeit – und der Plan sah auch für die Berliner eine Partie vor, in Hamburg hätten sie antreten sollen. Doch das Spiel ließen sie verlegen, denn sie hatten sich andernorts ja einiges vorgenommen. In Wien und Bratislava wurde das Endturnier der European Trophy ausgespielt, mit dem Finale am Sonntag.

Auf dem Weg dorthin blieb die Mannschaft von Trainer Don Jackson jedoch stecken, scheiterte im Viertelfinale am schwächsten Teilnehmer der Runde der letzten Acht. Ein 2:3 n.V. handelte sich der Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegen die Vienna Capitals ein. Eine große Enttäuschung war das für die Eisbären-Spieler, die einen Tag nach der Heimkehr am Sonnabend eine lange und harte Trainingseinheit vom Coach spendiert bekamen.

Abends konnten sie dann sehen, wie man auftreten muss, Lulea Hockey schlug die Wiener mit 2:0. Da sich Färjestad BK gegen Tappara Tampere mit 3:1 im Halbfinale durchsetzte, gab es ein rein schwedisches Endspiel, in dem sich Lulea mit 2:0 (1:0, 0:0, 1:0) durchsetzte. Da vier der acht Teilnehmer schwedische Klubs waren, haben die Teams aus dem Norden ihre Ausnahmestellung mit den Leistungen im Finalturnier untermauert.

Eisbären müssen wieder Anschluss in der Tabelle finden

Mit ihrem eigenen Auftritt in Wien knüpften die Berliner an die Darbietungen in der DEL an, wo sie zuletzt viermal in Folge auswärts verloren. Das ließ die Konkurrenz aus dem unteren Teil der Tabelle an den EHC herankommen. So nah, dass die Eisbären an ihrem spielfreien Wochenende in der DEL Gefahr liefen, ihren sechsten Rang zu verlieren und damit aus den direkt ins Play-off-Viertelfinale führenden Plätzen zu fallen.

Aus der Möglichkeit wurde noch keine Realität, denn die Augsburger Panther unterlagen bei den Iserlohn Roosters 4:5 (1:1, 2:0, 1:3, 0:1) nach Verlängerung. Da die Hannover Scorpions beim EHC München 2:3 (1:1, 0:1, 1:1) verloren, sind die Berliner noch Sechster. Allerdings spielen die Scorpions am Dienstag erneut (Iserlohn), ebenso wie Augsburg (Mannheim), so dass also ein Abrutschen auf Rang acht im Raum steht.

Die kommenden Wochen werden also sehr wichtig für die Berliner, sie müssen den Anschluss wiederherstellen. Dazu wird es nötig sein, die aktuelle Auswärtsschwäche in den Griff zu bekommen. Denn nach dem Spiel bei Tabellenführer Köln, der am Sonntag in Straubing 4:1 (0:0, 1:0, 3:1) gewann, und drei Heimspielen hintereinander, müssen die Berliner viermal in Folge auf Reisen gehen. In dieser Phase könnte sich erweisen, wo es für den Meister hingeht in dieser Saison. Ihren Ansprüchen laufen die Eisbären derzeit hinterher, noch ist allerdings Zeit, die Kurve zu kriegen. Denn die Hälfte der Hauptrundenspiele liegt noch vor ihnen.

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