Eishockey

Eisbären Berlin schlagen starke Nürnberger mit 6:5

Die Berliner Eisbären haben ihren zweiten Auswärtssieg in Folge gefeiert. Die Partie wurde erst 36 Sekunden vor Schluss entschieden.

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Der Freitag stand im Zeichen des Wartens, vor allem bei Eishockeyfans in Berlin, sicher aber auch bei Liebhabern dieses Sports außerhalb der Stadt. Schon am Donnerstagabend waren Meldungen aus Nordamerika herübergeschwappt, nach denen die beiden Stars Daniel Briere und Claude Giroux für die Zeit des Arbeitskampfes in der NHL bei den Eisbären anheuern. Am Freitag sollte die offizielle Mitteilung des Klubs folgen, vorbereitet war sie auch, doch die Finalisierung des Vertrags zog sich noch hin. Am Sonnabend soll es nun so weit sein.

Die Überbrückung der Wartezeit fiel nicht ganz so schwer, die Berliner hatten sich in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) schließlich noch mit dem Alltagsgeschäft auseinanderzusetzen. Bei den Nürnberg Ice Tigers war der Titelverteidiger zu Gast. Das bedeutete, aktuell eine der schwierigsten Aufgaben in der DEL lösen zu müssen, denn Nürnberg hat sich nicht nur sehr gut verstärkt, sondern ist auch sehr gut gestartet. Die Berliner legten dagegen einen Fehlstart hin, dennoch ergab sich ein rasantes Spiel zweier ebenbürtiger Gegner – das der Meister durchaus überraschend 6:5 (1:1, 3:3, 2:1) gewann.

Letztes Aufeinandertreffen in Nürnberger Halle

In der Hauptrunde war dies bereits das letzte Aufeinandertreffen der beiden Klubs in der Nürnberger Halle. Denn die nächste Partie am 5. Januar wird unter dem Namen „Winter Game“ als Freiluftspiel im Nürnberger Fußballstadion ausgetragen. Bei diesem Novum in der DEL sollen dann 50.000 Zuschauer zusammenkommen. Am Freitag waren es nur 4727.

Die hatten sicher Interesse an vielen Toren und bekamen diese auch, nur die Verteilung gefiel den wenigsten. Es war eine Partie, die stark hin und her schwankte. Nürnberg mit dem langjährigen Berliner Jeff Tomlinson an der Bande trat von Beginn an sehr aggressiv auf. Die daraus resultierenden Strafzeiten konnten die Eisbären jedoch nicht nutzen, stattdessen gerieten sie bei einem Konter von Dusan Frosch in Rückstand (2.).

Da sich die Strafen für Nürnberg häuften, konnten sich die Eisbären in Überzahl einspielen – und Zugang Matt Foy konnte das schließlich zu seinem ersten DEL-Tor nutzen (15.). Der Treffer gab den Berlinern Auftrieb, sie fanden besser in ihren Rhythmus. Zumindest offensiv, denn hinten nehmen die Sorgen nicht ab.

Dramatisches Ende

Diesmal reihte sich auch Torhüter Rob Zepp ein, der einen harmlosen Weitschuss von Ryan Bayda passieren ließ (23.). Individuelle Fehler führten noch zu einigen Kontern, Evan Kaufmann traf so für die Ice Tigers (27.), auch Casey Borer war völlig frei (31.). Das Spiel, das Tyson Mulock zwischendurch zum 2:2 ausgeglichen hatte (26.), schien den Eisbären zu entgleiten. Doch anders als die eher defensiv eingestellten Gegner zuvor liegt den Berlinern die offensive Spielweise der Spitzenmannschaften mehr. Dort können sie ihren eigenen, eleganten Stil besser durchsetzen. Sie erarbeiteten sich Chancen, und Mads Christensen (39.) sowie Frank Hördler (40.) glichen innerhalb von 32 Sekunden zum 4:4 aus.

Das hatte die Nürnberger getroffen, ihr Spiel verlor den Fluss, selbst in Überzahl. Da schnappte sich Travis Mulock den Puck und erzielte nach einem Sololauf die erste Führung für die Eisbären (50.). 71 Sekunden vor dem Ende traf Steven Reinprecht zum 5:5. Doch Christensen konnte 36 Sekunden vor Schluss nach gutem Forechecking den Siegtreffer erzielen und Nürnberg die erste Heimniederlage im fünften Heimspiel beibringen. Die Wartezeit bis zur Verkündung des Transfers der Superstars haben die Berliner also mit sehr guter Unterhaltung gefüllt.