Eisbären

Rob Zepp ist der erfolgreichste Torwart der Liga

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Der Goalie hat gerade seine beste Saison für die Eisbären gespielt. Nur für die NHL würde er die Mannschaft verlassen.

Es ist ja nicht so, dass eine Ausrüstung für Eishockeytorhüter nichts wiegt. Das Zeug ist auch nicht gerade praktisch, um damit gut zu laufen, oder sich mit den breiten Schonern durch enge Räume zu zwängen. Aber wen interessiert das schon? Einen Meistertorwart jedenfalls nicht. Rob Zepp kam auch mit den Schonern überall in der überfüllten Kabine durch, Stunden nach dem Spiel noch, in dem die Eisbären den Rekordtitel holten.

Auch Zepp, 30 Jahre alt, kann nun einen Rekord feiern, einen, der ihm ganz allein gehört. Fünf Jahre spielt er schon bei den Berlinern, gewann in dieser Zeit vier Meistertitel. Das konnte in der DEL noch kein anderer Torwart schaffen. „Das wusste ich nicht, aber es fühlt sich gut an“, sagt Zepp. Am Ende dieses Play-off war er nicht nur der Torhüter der besten Mannschaft, sondern auch der beste Goalie der Liga mit einem Gegentordurchschnitt von 1,69 Treffern pro Spiel.

Die NHL ist sein Traum

Der Konkurrent auf der anderen Seite, im Tor der Adler Mannheim, wurde in den vergangenen Jahren oft als bester Torhüter der Liga gelobt. Fred Brathwaite aber war nie Deutscher Meister. Diese Vergleiche von Goalies gibt es oft im Play-off. Dabei sahen viele Zepp immer im Nachteil. Doch der widerlegte bislang alle Thesen. „Mich interessiert das gar nicht, ich schaue nur auf mich und tue, was ich kann“, sagt er. Genau darin liegt sein Vorzug, er schaut auf jedes Detail seiner Arbeit, die er so perfekt wie möglich erledigen will. Er ist ein Trainings- und Analysefanatiker, jemand, der auf psychologische Hilfe zurückgreift, um die richtige Mentalität für den anstrengenden Job aufzubauen und zu erhalten. Der aber nicht nur an Eishockey denkt, sondern parallel ein Management-Studium absolviert hat.

Zepp hat gerade seine beste Saison für die Eisbären gespielt. „Wegen der ganzen Umstände hatte ich das Gefühl, dass ich mehr geben musste. Aber das haben auch alle Jungs vor mir getan“, sagt Zepp. Mit der Form dieser Saison hätte er überall gute Chancen, selbst in der NHL. Weil er in den wichtigsten Momenten die besten Paraden zeigt. Die NHL ist sein großer Traum, für die beste Liga der Welt würde er den Eisbären den Rücken kehren. Aber nur dafür, „und auch nur für einen Vertrag, bei dem ich nicht in untere Ligen geschickt werden kann“. Zepp hofft, dass im Sommer Angebote kommen. Wenn nicht, bleibt er weiter ein Eisbär.

( ste )