Gegen Mannheim

Eisbären erkämpfen Sieg im ersten Finalspiel

Der Titelverteidiger setzte sich am Sonntag mit 2:0 gegen die Adler Mannheim durch und ging somit in der Best-of-Five-Serie in Führung.

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Diese Fragen hat Mads Christensen schon oft gehört, weil sie ihm fast jedes Mal gestellt werden, wenn es um ihn und sein Spiel beim EHC Eisbären geht. Ob es denn schwer sei, sich immer wieder an andere Kollegen in den Angriffsreihen gewöhnen zu müssen? Denn kein anderer beim Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wechselt so oft zwischen den Formationen wie er. Das ließe sich durchaus gegen ihn verwenden, in Wahrheit aber ist es bei dem Dänen ein Qualitätskriterium. Das zeigte er beim ersten Finalspiel gegen die Adler Mannheim. Wieder einmal musste Christensen tauschen, einspringen in der ersten Reihe. Eine gute Entscheidung von Trainer Don Jackson, denn Christensen erzielte den ersten Treffer und brachte damit den ersten Sieg der Berliner in der „Best of five“-Serie auf den Weg, mit 2:0 (0:0, 0:0, 2:0) setzte sich der EHC durch und muss nun am Mittwoch in Mannheim antreten.

Danach gab es natürlich wieder diese Fragen: Und, war es schwer in der neuen Reihe mit Barry Tallackson und Darin Olver? „Sie spielen etwas anders, aber ich habe schon in so vielen Reihen gespielt, da macht das keinen Unterschied“, sagte Christensen ganz entspannt. Seine Vielseitigkeit, sein Vermögen, sich den anderen anzupassen, das schätzt die sportliche Leitung der Berliner sehr an dem 25-Jährigen. Ihm fiel es nicht schwer, gleich eine Chemie mit den beiden anderen zu finden.

Eisbären ohne Rankel und Busch

Für die Eisbären ist ein glücklicher Umstand, über derartige Spieler zu verfügen. Denn sie konnten nicht so in die Partie gehen, wie sie gern wollten. Nicht nur André Rankel fehlte nach dem Halbfinale gegen Straubing wegen einer Sperre, auch Florian Busch, der dritte Mann der ersten Reihe, musste wegen einer Gesichtsverletzung aussetzen. Damit hatte die überaus hart geführte Vorschlussrunde nicht nur körperlich Spuren hinterlassen, sondern den Titelverteidiger auch personell Substanz gekostet. Gegen die gut besetzte Mannheimer Mannschaft ein Nachteil, zählen doch Busch und Rankel zu den besten Spielern des Landes.

Umso erstaunlicher war, dass die Eisbären diesen Verlust gut verkrafteten. Sie bestimmten die Partie, profitierten dabei jedoch auch davon, dass die Mannheimer dies erlaubten. Es war insgesamt ein eher merkwürdiges ersten Finalmatch, in dem sich die Adler sehr zurückhaltend gaben und den Berlinern viel Raum zum Spielen boten. Überhaupt stand das Spielen klar im Vordergrund. Beide Teams entschieden sich, den Sieger durch die technischen Fähigkeiten der Akteure zu ermitteln und nicht über versteckte Fouls.

Jackson überraschte mit einigen Varianten

Den Platz, den die Adler den Eisbären anboten, nahmen diese gern an, es ist genau das, was ihrem Kombinationsdrang entgegenkommt. So lief die Scheibe dann sehr gut durch die Reihen der Berliner, bei denen Don Jackson auch den vierten Sturm regelmäßig einsetzte. Dort stand zur Überraschung vieler auch Dominik Bielke, der seit September wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war. Doch die Personalnot verschaffte dem Verteidiger nun Einsätze im Angriff. Überhaupt erstaunte Jackson mit einigen Varianten, die es sonst nicht häufig gibt, etwa mit der, Daniel Weiß und Vincent Schlenker auch in Überzahl aufzubieten.

Wirklich effektiv war das zwar nicht, allerdings erwies sich das als allgemeines Problem der Berliner. Barry Tallackson (6.) und Travis James Mulock (34.) ließen beste Chancen ungenutzt. Jedoch demonstrierte Torhüter Fred Brathwaite bei den Adlern auch mehrfach seine Klasse. Was ebenso für den Berliner Rob Zepp galt, denn die Gäste gaben ihre Zurückhaltung mit der Zeit auf. Doch nach all den guten Gelegenheiten war es Christensen, der eine eher schlechte Chance verwertete (41.). „Der Puck ist mir an den Schlittschuh gesprungen, es war kein schönes Tor, aber manchmal tut so etwas dem Gegner mehr weh“, sagte er.

Zumindest waren die Adler nicht in der Lage, das Ergebnis noch einmal zu ändern. „Wir haben zu oft nach besseren Chancen gesucht und die guten verstreichen lassen“, sagte Mannheims Trainer Harold Kreis. Er ärgerte sich auch, dass sein Team einige Strafzeiten hinnehmen musste. „Das hat uns phasenweise von der Rolle gebracht“, so Kreis. In Überzahl traf EHC-Kapitän Richie Regehr zum 2:0 (52.) und entschied damit eine Partie, in die die Berliner mit einem vermeintlichen Nachteil gegangen sind.