Sven Felskis Karriere in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft war lange kompliziert. Mit seinem Talent schaffte es der Stürmer des EHC Eisbären früh in die Auswahl. Über Jahre aber war Felski auch jemand, der in der entscheidenden Phase vor großen Turnieren gern aussortiert wurde, weil beinharte Kämpfertypen gefragter waren.
Inzwischen ist Felski (35) der Senior im Nationalteam, sein Platz bei Bundestrainer Uwe Krupp dafür gefestigter denn je. Dennoch deutet manches, vor allem sein Alter, darauf hin, dass er jetzt sein letztes großes Turnier bestreitet. Gut möglich, dass genau diese Ahnung ihn noch einmal beflügelt. Er rennt übers Eis, als ginge es um sein Leben. Und er ist nicht der einzige Berliner, der bei dieser WM auf sich aufmerksam macht. Insgesamt stellen die Eisbären fünf Spieler, so viele wie kein anderer Klub. Der Grund ist das frühe Ausscheiden im Play-off. „Dadurch standen uns Spieler zur Verfügung, die schon die ganzen Jahre dabei sein sollten, aber es war nie Zeit, sie zu testen“, sagt Krupp.
Vorrangig trifft Krupps Aussage auf Verteidiger Constantin Braun und Stürmer André Rankel zu. Braun erlebt sein WM-Debüt, es ist ein furioses. Im Eröffnungsspiel gegen die USA legte er das Siegtor zum 2:1 auf. „Er lernt hier so viel wie sonst in einer ganzen Saison“, sagt EHC-Manager Peter John Lee.
Für Rankel gilt dasselbe. Er rutschte in die erste Sturmreihe und spielt dort mit NHL-Profi Marcel Goc zusammen. „Das gehört zu meinen besonderen WM-Erlebnissen“, sagt Rankel, der mit seiner Durchsetzungsfähigkeit Räume für andere schafft. Respekt erarbeitet hat sich auch Torhüter Rob Zepp. Zwar stand er nur einmal im Tor, gegen Finnland aber lieferte er eine tadellose Leistung ab und wurde zum besten Spieler der Partie gewählt. Einziger Pechvogel ist Verteidiger Frank Hördler, der als Ersatzmann das Turnier von der Tribüne aus erlebt. „Das ist schon ein bisschen blöd“, sagt er, „aber man gehört trotzdem dazu und nimmt die Atmosphäre auf.“ Und die war selten besser.
mst





