Die Vorfreude sprudelt aus Linus Weber heraus. „Endlich mal wieder ein Heimspiel!“ 75 Ticketanfragen hat er für das Topduell in der Volleyball-Champions-League am Mittwoch (20 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle zwischen den BR Volleys und seinem Team Projekt Warschau erhalten. Freunde und Familie kommen aus seiner Geburtsstadt Gera, aus Potsdam und Berlin. „Da kommt eine kleine Gruppe zusammen“, freut sich Weber.

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Es ist eine Rückkehr der besonderen Art. In Berlin hat er 2019 seinen bisher einzigen Meistertitel gewonnen – als 19-Jähriger. Weil die BR Volleys Verletzungsprobleme hatten, durfte er als Außenangreifer ran. Sein Ziel, stellte der junge Haudrauf klar, sei aber der Diagonalangriff. Die Königsposition. An Selbstbewusstsein hat es Linus Weber nie gemangelt. Warum auch? Der Zwei-Meter-Mann galt schon früh als großes Talent. Mit 17 Jahren gewann er in Polen mit dem deutschen Nationalteam EM-Silber. Was dem damaligen Bundestrainer Andrea Giani imponierte: Weber hatte in einem Junioren-Länderspiel 46 Punkte erzielt.  

Für Olympia wurde Linus Weber nicht berücksichtigt

Die Begeisterung in Berlin für den Jungstar erhielt bald Dämpfer. Weil er nicht hier blieb, sondern in Mailand einen Vertrag unterschrieb. Zwei Jahre darauf stand er im Trikot des VfB Friedrichshafen den BR Volleys gegenüber. Weber spielte eine gute Saison, doch im Play-off-Finale waren die Schwaben chancenlos. Der Thüringer wechselte nach Padua, bevor 2022 der Umzug in die polnische Hauptstadt folgte. Dort scheint er endlich angekommen zu sein. In der ersten Saison wurde Warschau Fünfter, ein Jahr darauf Dritter in der polnischen PlusLiga und qualifizierte sich für die Champions League. Das Hinspiel Anfang Dezember verloren die BR Volleys 0:3. Bester Spieler: Linus Weber mit 20 Punkten.

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Geradezu verliebt ist er in Warschau, nicht nur, weil er eine polnische Freundin hat. Der 25-Jährige genießt, Teil von etwas zu sein, mit dem es aufwärts geht: „Das macht unheimlich Spaß.“ Stolz zählt Weber auf, wer im Spiel schon alles an seiner Seite stand, etliche polnische Weltmeister und Doppel-Olympiasieger Kévin Tillie aus Frankreich, „die leben Volleyball, das inspiriert mich.“

Linus Weber muss in Warschau um seine Position kämpfen

Dazu kommen die Begeisterung im Land, das Medieninteresse, die Infrastruktur. Das Niveau in der PlusLiga ist hoch. Weber muss für seine Position kämpfen. Bartlomiej Boladz ist ein starker Konkurrent, die Einsatzzeiten sind „fifty-fifty“, wie Weber sagt, „das macht das Team besser, jeder von uns kann spielen.“ Man hört heraus: Negative Gedanken sind nicht sein Ding.

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Wie bei seiner Nichtberücksichtigung für Olympia in Paris. „Im Nachhinein sehe ich die Zeit, die ich dadurch hatte, mehr als Gewinn an.“ Er habe eine sehr gute Saisonvorbereitung gehabt, in Potsdam eine Firma gegründet, die „relativ erfolgreich angelaufen ist“. Und seine nächsten Auftritte in der Nationalmannschaft, für die er 64 Länderspiele bestritten hat? Mal sehen. Sein Lebensglück hängt davon nicht ab. Für die BR Volleys findet er anerkennende Worte. „Sie präsentieren sich super in der Champions League, kommen immer über die Gruppenphase hinaus. Dann bräuchten sie nur mal ein bisschen Glück, auf wen sie im Play-off treffen“. Ein Sieg gegen Warschau würde Berlin dabei helfen.

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