Dass mit jedem sportlichen Erfolg auch die Ansprüche an sich selbst wachsen, weiß Ruben Schott nur zu gut. Mit den BR Volleys, dem unangefochtenen deutschen Volleyball-Dominator der letzten Jahre, hat Schott seit 2013 schon etliche Titel gefeiert; Meisterschaften, Pokalsiege, vor sieben Jahren sogar den Gewinn des europäischen CEV-Cups. Im Sommer qualifizierte sich der gebürtige Berliner mit der deutschen Nationalmannschaft auch für die anstehenden Olympischen Spiele in Paris.

Der Champions-League-Titel, das Nonplusultra auf Vereinsebene, fehlt Schott und den so erfolgsverwöhnten Volleys aber nach wie vor. Bislang war in der Königsklasse spätestens im Halbfinale Schluss ─ im Vergleich mit der kontinentalen Elite fehlte oftmals nicht viel, aber immer ein bisschen. Das soll sich ändern.

Ruben Schott will sich neben den besten europäischen Teams etablieren

„Natürlich sind unsere Ambitionen groß und mit all den Titeln der letzten Jahre auch nochmal gestiegen“, erklärt Schott, der seit dieser Saison erstmals das Kapitänsamt bei den Volleys ausführt. „Wir haben uns in Europa einen Namen gemacht und wollen uns auch auf dieser Ebene mit den Besten messen. In gewisser Weise repräsentieren wir den deutschen Volleyball ja als Aushängeschild einer ganzen Liga.“

Für die national im Grunde konkurrenzlosen Volleys heißt die wahre Herausforderung Champions League. Am Donnerstag geht es mit einem Heimspiel gegen den portugiesischen Serienmeister Benfica Lissabon los (Max-Schmeling-Halle, 19.30 Uhr, Sportdeutschland.TV). In der stark besetzten Gruppe C warten außerdem der letztjährige Halbfinalist Halkbank Ankara und Gas Sales Daiko Piacenza aus Italien.

Das Viertelfinale ist das Mindestziel für die BR Volleys

„Die Gruppe ist gut, aber wir wollen mindestens bis ins Viertelfinale kommen und nach Möglichkeit noch weiter. Champions-League-Spiele sind etwas ganz Besonders, gerade zu Hause. Unsere Heimspiele wollen wir vor voller Halle natürlich gewinnen. Wir haben eine sehr gute Mannschaft, sind voll fokussiert“, sagt Schott.

Lesen Sie auch

In der Bundesliga zeigt das Team seine Dominanz trotz anfänglicher Verletzungssorgen derzeit beständig. Wie erwartet, möchte man sagen. Fünf Siege stehen nach fünf Spielen schon wieder zu Buche, auch im DVV-Pokal wurde das Halbfinalticket bereits souverän gelöst. Zudem feierte man im Oktober den Gewinn des Bounce House Cup.

Die Verteidigung aller drei Titel auf nationaler Ebene ist der selbstverständliche Anspruch. Neu-Coach Joel Banks steht dabei ein breiter Kader zur Verfügung, wahrscheinlich ein noch besser besetzter im Vergleich zur titelreichen letzten Saison. Das schürt logischerweise auch die Erwartungen auf europäischer Bühne. Bei allen nationalen Glanzauftritten war die Königsklasse immer omnipräsent: das eigentliche Sehnsuchtsziel.

BR Volleys sind Champions-League-Dauerbrenner

Zumal die Volleys in ihre zwölfte Champions-League-Saison in Serie starten, womit sie zu den absoluten Dauerbrennern gehören. „Unsere Mannschaft ist richtig heiß auf diese Herausforderung. Viele Spieler sind hier, um sich genau diesen Aufgaben in der Champions League zu stellen. Ich spüre einen Hunger in der Mannschaft und wir werden am Donnerstag ein anderes BR Volleys Team mit noch mehr Energie auf dem Court sehen“, verdeutlicht auch Coach Banks die Tragweite des prestigeträchtigen Wettbewerbs, dessen Krone für die Berliner bisher unerreicht blieb. Aber auch dieser Zustand scheint bei den Volleys nicht auf ewig festgeschrieben.