Die Max-Schmeling-Halle bebte praktisch durchgehend, es herrschte fantastische Finalstimmung. Dafür gab es am Montagabend auch genug Gründe. Die BR Volleys, angetreten ihre siebte deutsche Meisterschaft in Serie zu holen, und Dauerrivale VfB Friedrichshafen boten den 6892 Zuschauern ein spektakuläres erstes Play-off-Finalspiel um den Titel.

Am Ende schalteten Gastgeber und das laute Publikum endgültig in den Feiermodus: Die Volleys triumphierten nach einem kurzweiligen Volleyballabend mit 3:1 (25:21, 25:22, 28:30, 25:19) und legten damit den Grundstein zu ihrer „Mission Titelverteidigung“, der letzten großen Aufgabe vom zum Saisonende scheidenden Coach Cédric Énard.

Nach erster Führung kommen BR Volleys in ihren Flow

Der Auftakt zu dieser letzten Mission begann allerdings alles andere als ideal. Im ersten Satz waren die Gäste vom Bodensee zunächst Chef im Ring, die Volleys mussten lange Zeit Rückständen hinterherlaufen und gingen selbst erst mit dem gewonnen Punkt zum 16:15 erstmals in Führung. Dann aber kamen sie in ihren Flow. Und die Halle war voll da, stand wie ein siebter Mann hinter dem Team. Das beflügelte.

Friedrichshafen, so druckvoll in den Auftaktsatz gestartet, ließ sich von der lauten Atmosphäre ein Stück weit beeindrucken, die Volleys erarbeiteten sich den ersten Satzgewinn nach vielen hochklassigen Ballwechseln (25:21).

Große Variabilität im Angriff

Im zweiten Satz spielten die Berliner dann groß auf, überzeugten in ihren Angriffen mit viel Variabilität. Also mit genau jener Qualität, die das Team schon die ganze Saison so stark gemacht hatte. Mal geschmettert, mal gestopft, mal mit mehr Gefühl: Anton Brehme, Marek Sotola, Timothée Carle und sogar Zuspieler Johannes Tille, der verdientermaßen zum MVP gewählt wurde, punkteten auf verschiedenste Art und Weise ─ die Gastgeber waren hier kaum ausrechenbar, hatten immer wieder frische Ideen für ihre Offensivvorträge.

Friedrichshafen kam in dieser Phase nicht hinterher, der zweite Satz ging verdient ans Heimteam (25:22). „Das zeichnet die Mannschaft in diesem Jahr aus“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand. „Dass sie solche Momente dann auch für sich nutzen kann.“

Zuschauer und Mannschaft ergeben eine Einheit

Der dritte Durchgang ging dann aber an die „Häfler“, nach teils atemberaubenden Ballwechseln verkürzten sie auf 1:2 in der Satzverlängerung (28:30). Das große Zittern blieb im vierten Satz aber v aus, die Volleys agierten hier extrem souverän. Mit 25:19 behielten sie klar die Oberhand ─ der Jubel kannte keine Grenzen.

„Ich freue mich sehr über diesen Sieg, aber das bedeutet noch nicht allzu viel. Friedrichshafen hat eine sehr gute Mannschaft und kann auch nach Rückständen immer wieder zurückkommen“, sagte Niroomand. Das zweite der maximal fünf Aufeinandertreffen steigt bereits am Donnerstag.