Mit einem letztlich engen 3:1-Heimsieg (16:25, 25:17, 25:23, 25:22) sind die BR Volleys am Mittwochabend ins Play-off-Halbfinale der deutschen Meisterschaftsrunde gestartet. Um dort anzukommen, musste die Mannschaft von Trainer Cédric Énard zunächst durch ein tiefes Tal. Der erste Satz gegen die Powervolleys Düren missriet nämlich völlig. Beim amtierenden deutschen Meister lief im „Klassiker“ komischerweise erstmal gar nichts zusammen.

5178 Zuschauer rieben sich in der Max-Schmeling-Halle verwundert die Augen: Da passten keine Abläufe, Schmetterbälle wurden meilenweit ins Aus geschlagen. Das Team wirkte zu Beginn merkwürdig gehemmt, fast eingerostet, so dass Coach Énard bereits ganz früh einen ungewohnten Dreierwechsel vornahm.

BR Volleys: Hereinnahme von Cody Kessel wendet das Blatt

Cody Kessel ersetzte Timothée Carle, zudem kamen Angel Trinidad für Marek Sotola und Matheus Krauchuk für Johannes Tille. All das half erstmal nichts. Düren, in dieser Saison in allen Vergleichen mit den Volleys unterlegen, spielte sich förmlich in einen Rausch. Bei den Rheinländern klappte im Kontrast zu den Hausherren fast alles ─ die 1:0-Führung war hochverdient. Da verging sogar Außenangreifer Kessel, sonst der Strahlemann vom Dienst, das Lachen.

Er fand es aber wieder. Im zweiten Satz waren die Volleys da, mit ihren gewohnten Tugenden: bessere Annahme, besserer Block, bessere Abschlusspräzision. So, wie man das eigentlich von Beginn an erwartet hatte. Vor allem Kessel sprang höher als der Rest, sein enthusiastisches Spiel wirkte auch auf die Kollegen zunehmend beflügelnd. „Er hat ein überragendes Spiel gemacht“, lobte Ruben Schott den frischverlobten US-Amerikaner, der später zu Man of the Match gekürt wurde.

BR Volleys entscheiden die engen Situationen für sich

Düren hingegen konnte an die starke Form aus Satz eins nicht mehr anknüpfen, haderte dagegen immer mehr mit den Schiedsrichterentscheidungen. Und bei den Volleys jubelte nun nicht nur Strahlemann Kessel. Spätestens mit zwei aufeinanderfolgenden Assen vom Finnen Antti Ronkainen war die gute Stimmung in der Halle zurück. Angeführt von Kessel holten sich die Volleys Satz zwei verdient (25:17).

Satz drei und vier wippten zwar wieder ausgeglichener hin und her, aber die Gastgeber wirkten nun viel selbstbewusster (25:23, 25:22) und entschieden auch die engen Ballwechsel für sich. „Wir haben uns als Mannschaft in dieses Spiel gearbeitet. Alle hat ihren Anteil, auch die Spieler, die von der Bank gekommen sind. Wir sind mega happy über den Sieg und jetzt voll im Play-off-Modus“, so Schott. Am Sonnabend steigt in Düren das zweite von möglichen fünf Spielen.