Volleyball

Gegen Lüneburg kennt Volleys-Spieler Kessel keine Freunde

Der Amerikaner Cody Kessel trifft mit den Volleys auf seinen Ex-Klub. Für die Berliner ist das der Startschuss für schwierige Wochen.

Cody Kessel (M., Nr. 11) feiert mit seinen Teamkollegen die ersten erfolgreichen Wochen der Saison.

Cody Kessel (M., Nr. 11) feiert mit seinen Teamkollegen die ersten erfolgreichen Wochen der Saison.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Berlin. Am liebsten hätte Cody Kessel natürlich ganz auf die Grippe verzichtet. So aber war der Amerikaner in Diensten der BR Volleys froh, dass ihn die Krankheit wenigstens zum richtigen Zeitpunkt erwischt hat. Zwar war der 27-Jährige am vergangenen Wochenende beim Auswärtsspiel in Herrsching zum Zuschauen verdammt, das die Berliner auch ohne ihn klar mit 3:0 gewannen.

Rechtzeitig zur Partie gegen die SVG Lüneburg am Mittwoch (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) ist Kessel jedoch wieder fit. „Ich bin wieder voll einsatzfähig“, sagt er. Es ist ein wichtiges Spiel, für ihn persönlich und für die gesamte Mannschaft. Die ersten Gegner im Volleyballtempel gehörten eher zur Kategorie „Graue Maus“, entsprechend deutlich fielen die ersten drei Heimsiege aus. Doch nun erwarten die Berliner binnen vier Tagen gleich zwei harte Prüfungen: zunächst gegen Lüneburg, am Sonnabend dann gegen Düren.

„Es ist die bisher schwierigste Woche der Saison“, meint Cody Kessel. Lüneburg hat sich in den vergangenen Jahren stets gesteigert, stand in der vergangenen Saison im Pokalfinale und kam in der Liga bis in die Vorschlussrunde.

Gegen die Volleys lief Kessel immer zur Höchstform auf

Auch in dieser Spielzeit werden die Niedersachsen trotz einiger Abgänge als Geheimfavorit gehandelt. „Das ist ein gefährlicher Gegner. An guten Tagen kann Lüneburg mit jedem mithalten“, sagt Kessel. Er muss es wissen, schließlich trug der Außenangreifer in den vergangenen drei Jahren das SVG-Trikot. Vor allem gegen die BR Volleys lief Kessel dabei regelmäßig zur Höchstform auf. In der vergangenen Saison sorgte er mit dafür, dass für die Berliner im DVV-Pokal im Halbfinale vorzeitig Endstation war. Ein Grund, weshalb Volleys-Manager Kaweh Niroomand im Sommer zugriff und ihn nach Berlin lotste.

Am Mittwoch erlebt Kessel dieses Duell zum ersten Mal auf der anderen Seite des Netzes. Auch seine Rolle auf dem Feld hat sich bei seinem neuen Arbeitgeber verändert: In Lüneburg war Kessel der Star, in Berlin ist er nur einer von vielen in einem ganzen Starensemble. „Ich gehe trotzdem mit der gleichen Einstellung an die Sache heran wie in Lüneburg“, sagt er. „Ich will immer der Beste sein, deshalb bin ich ja auch nach Berlin gewechselt. Das hohe Niveau schon im Training bringt mich weiter voran.“

Das Team soll mit seinen Aufgaben wachsen

Vom Umfeld her gehörten die BR Volleys schon jetzt zu den besten Klubs der Welt, lobt Kessel. „Sie sind eine globale Marke“, sagt er. Schon als er noch in den USA am College spielte, habe er die Auftritte der Berliner verfolgt, auch weil dort bereits in der Vergangenheit des Öfteren Amerikaner im Aufgebot standen, in deren Fußstapfen er nun treten möchte.

Berlins Manager Kaweh Niroomand hat ebenfalls nur Lob für seinen neuen Spieler übrig. „Cody ist vor allem athletisch auf einem hohen Niveau. Bislang sind wir mit seiner Verpflichtung sehr zufrieden, aber er kann noch besser werden.“ Die Hoffnung lautet, dass Kessel ebenso wie der Rest des Teams mit seinen Aufgaben wächst. Immerhin sind die Spiele gegen Lüneburg und Düren erst der Anfang.

Schon nächste Woche steigt das Pokal-Viertelfinale gegen Friedrichshafen, Anfang Dezember startet die Champions League. „Bislang hatten wir Glück mit dem Spielplan, aber nun wird es jede Woche schwieriger. Wir dürfen uns unsere gute Ausgangslage jetzt nicht versauen“, sagt Niroomand. Cody Kessel sieht es genauso. Mit seinen früheren Mitspielern aus Lüneburg ist er zwar immer noch gut befreundet, doch darauf kann er am Mittwochabend keine Rücksicht nehmen. „Ich drücke ihnen sonst immer die Daumen. Aber an diesem Tag wird die Freundschaft für zwei Stunden ruhen“, sagt er.